Nörvenich: Die „professionelle Gelassenheit” gelernt

Nörvenich: Die „professionelle Gelassenheit” gelernt

Der Abschied vom Jagdbombergeschwader 31 „Boelcke” fiel ihm sichtlich schwer, mindestens ebenso schwer wie der Abschied von der aktiven Fliegerei am Tag zuvor. Gleich mehrfach stockte Oberst Ingo Gerhartz bei seiner letzten Rede als Kommodore die Stimme.

Zweieinhalb Jahre nach Übernahme des Kommandos verabschiedete sich der 44-Jährige von seinem Boelcke-Team, um beim Luftwaffenführungskommando Köln als Gruppenleiter die Abteilung „Einsatz fliegende Waffensysteme” zu übernehmen. Gleichzeitig übergab Generalmajor Bernhard Fürst, Kommandeur der 2\. Luftwaffendivision, die Befehlsgewalt über die rund 1000 Soldaten in Nörvenich und Kerpen an Oberstleutnant Andreas Hoppe, der schon als Staffelkapitän das Nörvenicher Geschwader zwischen 1999 und 2002 kennenlernen durfte.

„Ein lang gehegter Traum”

Für den gebürtigen Westfalen geht nach eigenen Worten „ein lang gehegter Traum in Erfüllung”. Er sprach von seiner Wunschverwendung an seinem Wunschstandort. Angesichts der derzeitigen Lieferschwierigkeiten der Industrie, die zur Folge haben, dass der Eurofighter-Flugbetrieb in Rostock- Laage konzentriert wurde und derzeit nur zwei Flugzeuge in Nörvenich stationiert sind, steckte er sich ein ambitioniertes Ziel: „Den sicheren, planbaren und einsatzbereiten Flugbetrieb mit dem Eurofighter in Nörvenich.”

Oberst Gerhartz hatte zuvor allen Kameraden des Geschwaders gedankt. Er habe viel im „Team Boelcke” gelernt: Präzision und Disziplin bei der Arbeit, vor allem aber „die professionelle Gelassenheit des Rheinländers”. Er ließ keinen Zweifel daran, dass ihm der Abschied schwer fiel, liegen doch bewegte Zeiten hinter ihm. Generalmajor Fürst erinnerte an die Herausforderung, wichtige Übungen für die Luftwaffe noch mit dem Tornado zu meistern, während sich andere Teile des Geschwaders bereits mit der Einführung des Eurofighters auseinandersetzten.

„Sie übergeben heute einen für die Zukunft hervorragend aufgestellten Verband”, dankte Generalmajor Fürst dem scheidenden Kommodore, nicht ohne auch dessen 226-tägigen Auslandseinsatz als Kommandeur des Einsatzgeschwaders Mazar-e Sharif in Afghanistan zu erwähnen, der mitten in die „Boelcke”-Zeit fiel.

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