Die Pläne für Kreuzau stehen, das Geld soll folgen

Auf Papier konkreter: Der Masterplan für Kreuzau steht, das Geld soll folgen

Die Umsetzung des Masterplans der Gemeinde Kreuzau wird zumindest auf dem Papier konkreter. Der Haupt- und Finanzausschuss (HFA) hat am Dienstag einstimmig einen Plan empfohlen, mit dem die Gemeinde 2019 Fördermittel des Landes beantragen kann.

Auf diesem Plan sind sieben der insgesamt 14 Vorhaben bis mindestens 2023 gelistet, mit dem der Zentralort aufgewertet werden soll. Darunter ist auch ein Punkt, der im Oktober 2017 für große Aufregung gesorgt hat: der mögliche Abriss der ehemaligen Brauerei an der Teichstraße. Der Plan hatte viele Bürger empört, weil auch der gleichzeitige Abriss von Leo’s Brauhaus ein Gedankenspiel der Verwaltung war. Das 4000 Quadratmeter große Areal hatte die Gemeinde gekauft, es sei ein „sehr wichtiges Puzzlestück“, wie Bauleitplaner David Gottstein damals erklärte.

Jedes Jahr neue Anträge

Nun steht zumindest der Abriss der Brauerei auf der Liste für das Programmjahr 2019\. Das heißt jedoch nicht, betont Bürgermeister Ingo Eßer (CDU), dass „im nächsten Jahr auch etwas passiert“ – also dass die Bagger anrollen. Mit der Empfehlung des HFA, dessen Absegnung im Rat reine Formsache sein dürfte, gehe es rein darum, sich um „theoretische Fördergelder“ zu bemühen. Denn wenn eine Kommune für ihren langfristigen Masterplan auf Unterstützung des Landes setzt, muss sie immer bis Jahresende einzelne Vorhaben bei der Bezirksregierung einreichen und sich um Förderung bewerben. Der Anteil beträgt für die Kreuzauer Projekte 70 Prozent. Der Entscheidungsprozess kann dauern. So zum Beispiel hat Bürgermeister Eßer erst am Mittwoch den Bescheid über Fördergelder für 2018 in Köln erhalten.

„Wir arbeiten mit Nachdruck daran, das Brauereigelände einer vernünftigen städtebaulichen Nutzung zuzuführen“, sagt Eßer zu der aktuellen Vorschlagsliste. Da das Areal eine öffentliche Fläche ist, fördert das Land dort Bauarbeiten. Die Gemeinde plant, auf und um das Gelände ein Wohnquartier zu entwickeln. Dafür soll ein Investor an Land gezogen werden. Spruchreif sei laut Eßer noch nichts, aber „es laufen sehr gute Gespräche“. Wie bei allen Projekten im Masterplan, ist auch für diesen Punkt noch ein Bürgerforum vorgesehen.

„Wichtiges Puzzlestück“: das ehemalige Brauereigelände. Foto: ZVA/Carsten Rose

Spricht die Verwaltung vom ehemaligen Brauereigebäude, denkt man auch unweigerlich an Leo’s Brauhaus. Das sei zunächst jedoch von der angesprochenen Maßnahme ausgenommen, betont Eßer Die Gaststätte wird noch mindestens bis Oktober 2019 (solange läuft der Pachtvertrag) privat genutzt, daher spielt sie in der vorgelegten Liste noch keine Rolle.

Ein Projekt, das ebenfalls aufgeführt ist, ist die energetische und barrierefreie (Treppenlift) Modernisierung der Festhalle. Die soll rund 600\.000 Euro kosten, war aber zunächst erst für 2020 oder später vorgesehen. Sofern der Bewilligungsbescheid 2019 eingeht, sollen die Arbeiten beginnen.Dagegen wird das Vorhaben „Punktuelle Aufwertung der Hauptstraße“ (800\.000 Euro) verschoben. Weder gibt es weitere Entwürfe entwickelt noch hat es dazu bisher ein Bürgerforum gegeben.

Das mit rund 750\.000 Euro teuerste Projekt für das Programmjahr 2019 ist der neue Quartiersplatz vor der Grundschule. Hinzu kommt als separater Punkt ein Wetterschutz (rund 180\.000 Euro). Die Pläne wurden Anfang Oktober bei einem Bürgerforum präsentiert. Der Bau- und Planungsausschuss sprach sich Anfang des Monats dafür aus, bei dem Projekt auf ein Wasserspiel zu verzichten. Es soll Teil der Umgestaltung im Bereich der Mühlenteiche werden. Dieser Punkt wurde bei dem Bürgerforum viel diskutiert.

Das leidige Thema Verkehr auf der K 39/Mühlengasse/Hauptstraße steht ebenfalls auf der Liste. Die Maßnahmen (unter anderem neue Ampelregelung, Straßenverbreiterung, Barrierefreiheit) sollen rund 265\.000 kosten.

Eßer betont, dass die Vorhaben viel vom Willen der Bürger abhängen. So steht auf der Liste für 2019 auch der vermeintlich kleine Punkt „Haus- und Hofprogramm“ (60\.000 Euro), mit dem auch die Fassaden von Privatgebäuden aufgewertet werden sollen.

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