Düren: Die neue Papiermaschine in Düren läuft auf Hochtouren

Düren : Die neue Papiermaschine in Düren läuft auf Hochtouren

Wenn die Schoellershammer-Geschäftsführer Bernd Scholbrock, Alexander Stern und Armin Vetter vor der neuen Papiermaschine (PM) 6 stehen, ist ihr zufriedener Blick nicht zu übersehen. Vor fast genau einem Jahr hat der familiengeführte Hersteller von Wellpappenrohpapier die über 100 Millionen Euro teure Investition, die größte in der Dürener Papierindustrie seit Jahrzehnten, in Betrieb genommen.

Seit Monaten läuft die Anlage bereits mit Maximalkapazität. Mit der PM 6 hat Schoellershammer die Produktionskapazität auf rund 500.000 Jahrestonnen verdoppelt. Die PM 6 und die mittlerweile auf schwerere Papiere (mehr als 100 Gramm/Quadratmeter) spezialisierte PM 5 erzeugen täglich 3000 Kilometer Papier, die jeweils zur Hälfte an Wellpappenhersteller in Deutschland und im europäischen Ausland gehen.

Dem Schoellershammer-Vertrieb ist es dabei sehr schnell gelungen, die zusätzliche Produktionsmenge in einem boomenden Marktumfeld zu platzieren. „Wir sind sogar schon wieder überbucht“, verdeutlicht Bernd Scholbrock, dass die „Jahrhundertinvestition“ und die Konzentration auf das Kerngeschäft Wellpappenrohpapier richtig waren.

Schoellershammer ist auf dem besten Weg, bereits 2017 den Umsatz zu verdoppeln und die 200-Millionen-Euro-Marke zu knacken, obwohl die Feinpapier-Sparte eingestellt wurde. Möglich wurde die Großinvestition mit dem Einstieg des Wuppertaler Familienunternehmens und Raufaserspezialisten Erfurt & Sohn KG, der nun mit den Familien Schoeller und Rhodius das Unternehmen gehört.

Der Energiebedarf ist immens

Die PM 6 gehört mit einer Breite von 5,60 Meter, einer Produktionsgeschwindigkeit von 1200 Metern pro Minute und einer Jahresproduktion von 250.000 Tonnen zwar nicht zu den größten ihrer Art, „sie ist aber die energieeffizienteste Maschine für leichte Wellpappenrohpapiere“, erklärt Armin Vetter. Trotzdem ist der Energiebedarf immens. Pro Tonne Papier werden 1,4 Tonnen Dampf und 340 Kilowattstunden (kWh) Strom benötigt. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Drei-Personen-Haushalt verbraucht 3400 kWh im Jahr.

Noch produziert Schoellershammer den Dampf und einen Großteil des Stroms in Kraftwerken vor Ort aus Braunkohle. Ab dem kommenden Jahr aber wolle das Unternehmen auch Alternativen prüfen, die praktikabel, wirtschaftlich und ökologisch seien, betont Vetter. Holzpellets und Gas waren dies bislang mangels langfristiger Liefergarantien nicht.

Auch am Thema Logistik will die Geschäftsführung weiter arbeiten, schließlich fahren mittlerweile täglich rund 230 Lkw den Betrieb an, liefern Altpapier oder transportieren das neue Wellpappenrohpapier ab. Obwohl nur zwischen 6 und 22 Uhr be- und entladen wird, kommt es schon mal zu Problemen. Ziel sei es, die Zahl der Lkw-Leerfahrten und damit die Verkehrsbelastung zu senken, in dem mehr anliefernde Lkw auch fertige Ware mitnehmen, erklärt Bernd Scholbruck.

Mit der PM 6 ist die Zahl der Mitarbeiter bei Schoellershammer von 235 auf 245 gestiegen. Von den 110 Mitarbeitern der ehemaligen Feinpapier-Sparte wurden 80 übernommen, 40 Mitarbeiter wurden neu eingestellt, erklärt Alexander Stern.

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