Nörvenich: Die neue Bördebahn als Pluspunkt für Nörvenich

Nörvenich: Die neue Bördebahn als Pluspunkt für Nörvenich

Wenn im Dezember 2018 bei der Bahn der Fahrplanwechsel ansteht, soll auch die Bördebahn zwischen Düren, Zülpich und Euskirchen ihren Vorlaufbetrieb aufnehmen. Wird die Strecke bisher nur am Wochenende und an Feiertagen bedient, werden die Züge dann täglich fahren — im Zwei-Stunden-Takt. Angestrebte Fahrzeit: rund 50 Minuten.

Im Dezember 2020 soll dann der vollständige Betrieb aufgenommen werden — täglich im Stundentakt bei einer Fahrtzeit von 35 Minuten. Genau damit verbinden sich vor allem in der Gemeinde Nörvenich Hoffnungen. „Mit der Bördebahn ist der Hauptbahnhof in Köln in 43 Minuten zu erreichen“, sagt Nörvenichs Bürgermeister Dr. Timo Czech (CDU).

Die Zahl unterhalb von 45 Minuten ist deshalb für Czech von besonderer Bedeutung, weil die Landesregierung an den ÖPNV-Achsen zusätzliche Siedlungsflächen ermöglichen will, um angespannte Wohnungsmärkte in Ballungszentren wie Köln zu entlasten. Bei der Neuaufstellung des Regionalplans hat also die Kommune gute Karten, neue Wohngebiete genehmigt zu bekommen, die eine Erreichbarkeit zum Kölner Hauptbahnhof innerhalb von 45 Minuten gewährleisten kann.

Czech: „Wir haben einen Auspendlerüberschuss von 2000 Einwohnern. Wenn wir die von der Straße auf die Schiene verlagern könnten, wäre viel gewonnen.“ Czech blickt trotz hoher Investitionskosten beispielsweise bei der Wiederherstellung der Bahnübergänge, für die die Kommune in diesem Jahr 170\.000 Euro bereitsstellt, auch deshalb positiv auf die Erweiterung des ÖPNV-Angebotes, weil seine Kritik an der geplanten Einstellung des Busparallelverkehrs erhört wurde. Die bestehenden Buslinien für Rommelsheim und Binsfeld befördern Nörvenicher Schüler zu den Dürener Schulen. „Wir haben die Zusage, dass es vorerst keine Reduzierung im Busverkehr geben soll. Und wir sind uns einig, dass die Schüler ordentlich zur Schule befördert werden müssen“, sagt Czech. Das könnte bedeuten, dass der Busverkehr zumindest zu Anfangs- und Endzeiten der Schulen künftig noch fahren wird.

Schüler profitieren

Profitieren von der Bördebahn werden aber besonders die vielen Schüler aus Nörvenich, die Schulen in Zülpich besuchen. Ausgerechnet in Zülpich gibt es aktuell eine Diskussion um die Effizienz der Bördebahn.

Der Fraktionsvorsitzende der Unabhängigen Wählervereinigung Zülpich (UWV), Gerd Müller, hatte Mitte Januar hohe Investitionskosten, zu lange Fahrzeiten und ökologische Defizite bemängelt, dabei aber außen vor gelassen, dass die Fahrzeit nach dem Vorlaufbetrieb halbiert und derzeit noch intensiv an alternativen Antrieben gesucht wird.

Landrat Wolfgang Spelthahn hatte im September den Einsatz von Zügen mit Brennstoffzellentechnik ins Spiel gebracht, aber auch eine Elektrifizierung der Strecke ist nach Angaben von Alfred Berrisch von der Beteiligungsgesellschaft des Kreises Düren nicht ausgeschlossen. „Eine verbindliche Entscheidung für eine Antriebsart gibt es aber noch nicht“, so Berrisch.

(bugi)
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