Die Leitung zum neuen Weihnachtsmarkt-Standort in Düren

Statt Buden Bagger vorm Museum : Die lange Leitung zum neuen Weihnachtsmarkt-Standort

In anderen Städten hat der Aufbau der Weihnachtsmärkte längst begonnen - in Düren hingegen wühlen vor dem Ausweichstandort vor dem Leopold-Hoesch-Museum Bagger durch das Erdreich. Grund ist der notwendige Ausbau der elektrischen Infrastruktur.

Während in anderen Städten der Aufbau der Weihnachtsmärkte längst begonnen hat, wühlen sich auf dem Dürener Ausweichstandort vor dem Leopold-Hoesch-Museum noch Bagger durch das Erdreich. Lediglich das kurzfristig verpflichtete Riesenrad ragt bereits in den Himmel, von den Buden aber fehlt noch jede Spur.

Hintergrund: Um einen reibungslosen Ablauf des Weihnachtsmarktes zu gewährleisten, reicht die vorhandene elektrische Infrastruktur anders als bei der historischen Kirmes im Sommer 2013 nicht aus, heißt es aus der städtischen Kirmes- und Marktverwaltung. Sie muss für maximal zwei Mal Weihnachtsmarkt (2019 und 2020) komplett erneuert werden.

Kosten: stolze 95.000 Euro. „Dies wird zudem die Möglichkeit eröffnen, auf diesem Platz auch andere Veranstaltungen stattfinden zu lassen“, heißt es in einer Dringlichkeitsentscheidung des Verkehrs- und Bauausschusses. Welche das abseits der Innenstadt aber sein könnten, bleibt fraglich. 95.000 Euro, die aus Steuermitteln finanziert werden. Denn anders als bei der Annakirmes sollen sie nicht auf die Weihnachtsmarktbeschicker umgelegt werden. Da war sich die Politik einig, schließlich war es der Wille des Stadtrates, dass der Weihnachtsmarkt während des Kaiserplatzumbaus vor das Museum ziehen muss, obwohl dort weitaus weniger Besucher erwartet werden. Von den aus diesem Grund bereits im Vorfeld um 30 bis 50 Prozent reduzierten Standgeldern (etwa 30.000 Euro) wäre eine Kostenübernahme auch gar nicht möglich.

Die Beschicker verfolgen mit einigem Unverständnis, dass die Bauarbeiten erst jetzt laufen und längst nicht sicher ist, dass sie bis zum Wochenende auch abgeschlossen sind. „Wir haben frühzeitig auf die elektrischen Probleme hingewiesen, und immer wieder betont, dass wir am liebsten direkt nach ‚Düren leuchtet’ am 4. November mit dem Aufbau begonnen hätten“, spricht Dürens Schaustellerchef Bert Cremer seinen Kollegen, spürbar genervt, aus der Seele. Es gehe schließlich nicht darum, nur ein paar Buden aufzustellen. „Der Förderverein des Weihnachtsmarktes will den neuen Platz ja auch stilvoll dekorieren.“

Von der Trafostation an der Peschschule wird Kabel Richtung Marienkirche verlegt. Foto: ZVA/Jörg Abels

Die Entscheidung, den Weihnachtsmarkt vors Museum zu verlegen, fiel bereits im Oktober 2018. Bis zur Vergabe des Ausbauauftrags für die Elektrik zog dann aber ein ganzes Jahr ins Land. Erst vor wenigen Tagen rückten die Bauarbeiter an. Leidtragende sind die auf heißen Kohlen sitzenden Weihnachtsmarktbeschicker, denen nun nur ganz wenige Tage bleiben werden, eine Budenstadt mit stilvoller Atmosphäre zu schaffen. Trotz des kurzfristigen Coups mit dem Riesenrad könnten die Voraussetzungen für den Markt deutlich besser sein.