Ellen/Arnoldsweiler: Die Lärmschutzwand bei Ellen soll 2011 gebaut werden

Ellen/Arnoldsweiler: Die Lärmschutzwand bei Ellen soll 2011 gebaut werden

Mit der neuen A4-Anschlussstelle auf der Merzenicher Heide wird der Verkehr im Umfeld deutlich zunehmen. Dafür braucht man kein Prophet zu sein. Um so mehr fordern Anwohner und Politiker für zahlreiche Orte Umgehungsstraßen oder andere Lärmschutzmaßnahmen.

Doch seit immer deutlicher wird, dass die neue rot-grüne Landesregierung Straßenneubauprojekte zugunsten von Straßensanierungen zurückstellen will, geht die Angst um.

Rechtskräftige Pläne vonnöten

Seit Jahren geforderte Maßnahmen könnten aufs Neue zurück- oder gar aufs Abstellgleis gestellt werden, die Ortsumgehung Arnoldsweiler ebenso wie zum Beispiel die für Eschweiler über Feld. Und die Sorge scheint berechtigt.

Gerade erst hat Josef Wirtz (CDU, MdL) vom NRW-Verkehrsministerium die frohe Kunde erhalten, dass die Ortsumgehung Frauwüllesheim (L264n) wie geplant gebaut werden soll (wir berichteten), dass für den Verbleib anderer Projekte im Landesstraßenbauprogramm aber das Vorliegen eines rechtskräftigen Planfeststellungsbeschlusses zum Zeitpunkt des Abschlusses der Koalitionsvereinbarung maßgebend sei. Das aber ist weder in Arnoldsweiler noch in Eschweiler über Feld der Fall.

„Es wäre absolut verwerflich, diese Absprache für Arnoldsweiler anzuwenden”, ärgert sich Hermann Josef Geuenich, Vorsitzender im Bezirksausschuss Arnoldsweiler und stellv. Vorsitzender der Dürener CDU-Fraktion. „Nicht nur, dass die Menschen an den Hauptstraßen in Arnoldsweiler schon seit vielen Jahren unter dem steigenden Verkehrsaufkommen aus allen vier Himmelsrichtungen leiden, sondern die Autobahnanschlussstelle Ellen wird die Verkehrsdichte noch einmal erhöhen und damit die Belastung der Menschen auf ein unzumutbares Maß steigern.”

Daher müsse das Verfahren zum Bau der Umgehungsstraße Arnoldsweiler unbedingt beschleunigt werden, um die Straße möglichst zeitgleich mit Eröffnung der Autobahnanschlussstelle fertig zu stellen.

Aufatmen können derweil die Bürger von Ellen. Wenn der Gemeinderat am Donnerstag in nicht-öffentlicher Sitzung einem in den vergangenen Wochen zwischen Kommune, RWE Power und Landesbetrieb Straßenbau ausgehandelten Vertrag zustimmt, soll bereits 2011 eine begrünte Lärmschutzwand an der L264 (Tagebaurandstraße) gebaut werden.

Nachdem sich der Gemeinderat im Frühjahr von seiner Maximalforderung, die Landstraße östlich hinter den Sportplatz zu verlegen, mangels Finanzierbarkeit verabschiedet hatte, machte Bürgermeister Hermann Heuser in den letzten Wochen Druck.

Über 1,6 Millionen Euro

Die Gefahr vor Augen, dass die für einen Lärmschutz bei Ellen avisierten Gelder aus der frühzeitigen Entschädigung des Tagebaubetreiber RWE Power für die L257 Richtung Morschenich im großen NRW-Straßenbautopf verschwinden könnten, rang er Land und RWE Power ab, die Maßnahme bereits 2011 zu realisieren.

Für mehr als 1,6 Millionen Euro soll neben einer begrünten Wand, die laut einem Gutachten den besten Lärmschutz darstellt, an der Ortseinfahrt Ellen (Morschenicher Straße) auch ein Kreisverkehr gebaut werden. Damit hätten die Ellener schon Ende 2011 die Entlastung, die andernorts nun wieder fraglich erscheint.

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