Nideggen: Die Kirche wird zum Instrument

Nideggen: Die Kirche wird zum Instrument

Was die Musiker der Jungen Philharmonie Köln in der Nideggener Pfarrkirche St. Johannes Baptist den Zuhörern boten, war ein Konzert auf hohem Niveau.

Schon mit den ersten Takten übernahmen die Instrumente die Regie im Kirchenraum, breiteten bei Antonio Vivaldis „L„Estro Armonico” - Konzert für Violine, Streicher und basso continuo op. 3/12 - eine gefühlvolle Harmonie aus.

Die Kölner Musiker, so betonen sie immer wieder bei ihren zahlreichen Besuchen, spielen gerne in der Nideggener Pfarrkirche: Sie sei mit ihrer hervorragenden Akustik ein Instrument, das zu dem Kölner Ensemble passe.

„Antiche Danze ed Arie” für Streichorchester von Ottorino Respighi eröffnete das teilweise virtuose Spiel der Frauen und Männer im Chorraum. Vor der Pause gab es einen weiteren Ohrenschmaus mit Johann Sebastian Bachs „Violinkonzert Nr. 1 a-Moll BWV 1041”. Solistin Natalia Sergeeva, mit ihrem Instrument verschmolzen, und ihre Kollegen ließen die Menschen auf den harten Kirchenbänken einen kleinen Blick auf die himmlischen Sphären werfen.

Mit Tschaikowskys „Chanson Triste” gelang ein harmonischer Übergang zu einem beeindruckenden Schlussakkord: Wolfgang Amadeus Mozarts „Konzert für Klarinette und Orchester A-Dur, KV 622” bewegte die Zuhörer in der Kirche. Klarinettist Rafael Schwarzstein nahm die etwa 80 Gäste mit auf eine Reise voller Dramatik und Melancholie. Er verzauberte die Hörer mit weichen, kaum hörbaren Tönen, die schier unirdisch klangen.

Wie hieß wohl die musikalische Botschaft dieses Abends? Es gibt sie, die himmlische Musik: Öffne Deine Ohren und ruhe Dich vom Stress des Alltags aus!