Die Kaiserplatz-Umgestaltung ist nicht vor Ende 2020 abgeschlossen

Masterplan Düren Innenstadt : Kaiserplatz-Umgestaltung zieht sich bis Ende 2020

Der Beginn der Umbauarbeiten am Kaiserplatz verzögert sich weiter. Und damit auch die Fertigstellung des mittlerweile mehr als 5,5 Millionen Euro teuren Projekts im Rahmen des Masterplans Innenstadt. Ursprünglich sollten die Bagger bereits im Februar anrollen, dann nach Karneval, aktuell geht Tiefbauamtsleiter Heiner Wingels von frühestens Ende Juni aus.

Derzeit läuft noch die Ausschreibung für das Gros der Arbeiten. Bis zum 7. Mai können Firmen ihre Angebote einreichen, die dann inhaltlich und rechnerisch noch geprüft werden müssen. Stand heute ist die Auftragsvergabe für den 6. Juni vorgesehen, erklärt Wingels, in der Hoffnung, dass die dann auserkorene Baufirma auch relativ zügig loslegen kann. Sicher aber ist auch das nicht.

Nach derzeitigem Stand der Dinge rechnet Wingels mit einer Bauzeit von anderthalb Jahren. Anderthalb Jahre ohne eine einzige Großveranstaltung auf dem Kaiserplatz, weder bei den Jazztagen noch beim Stadtfest. Besonders hart treffen wird es den Weihnachtsmarkt, der damit nicht nur  2019, sondern auch 2020 auf den Hoeschplatz vor dem Museum ausweichen müsste.

Entsprechend alarmiert sind die Beschicker, denn man muss kein Hellseher sein, um vorherzusagen, dass deutlich weniger Besucher den Weg vors Museum als ans Rathaus finden werden. Vor allem die Laufkundschaft aus der Fußgängerzone wird eher selten den Umweg machen, um einen Glühwein zu trinken oder eine Wurst zu essen. „Ich habe es befürchtet“, zeigte sich Dürens Schaustellerchef Bert Cremer in einer ersten Reaktion enttäuscht über die langsam mahlenden Mühlen der Verwaltung. „Wir werden alles daran setzen, nicht zweimal auf den Hoeschplatz zu müssen“, betont er. Entweder die Bauarbeiten würden forciert und damit schneller als geplant fertig oder aber man müsse darüber nachdenken, auch einen noch nicht komplett fertiggestellten Kaiserplatz nutzen zu können, fordert Cremer im Namen seiner Kollegen. Letzteres aber will die Stadt nach den negativen Erfahrungen mit dem Marktplatz auf keinen Fall. Der musste im November 2017 für den Wochenmarkt bereits wieder geöffnet werden, obwohl an einigen Ecken noch gearbeitet werden musste.

Als Grund für die Verzögerungen verweist Wingels auf ein kompliziertes und sehr komplexes Ausschreibungsverfahren und langwierige Abstimmungsgespräche zwischen der Stadt und dem Berliner Büro „Lützow 7“, das Ende 2016 den städtebaulichen Gestaltungswettbewerb für den Kaiserplatz gewonnen hatte. Demnach soll der zentrale Platzbereich vor der Rathaustreppe gefaltetem Papier nachempfunden gestaltet werden. Ein interaktives Wasserspiel mit 22 Düsen soll den Platz beleben, während im westlichen Bereich Richtung Wilhelmstraße Baumgruppen und Sitzmöbel zum Verweilen einladen sollen.

Seine zentrale Funktion für den Busverkehr soll der Kaiserplatz auch nach der Umgestaltung behalten, so dass die Stadt nicht nur 3,2 Millionen Euro aus Mitteln der Städtebauförderung im Rahmen des Masterplans erhält, sondern auch 1,4 Millionen vom Nahverkehr Rheinland. Rund 1,2 Millionen muss die Stadt selbst aufbringen.

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