Birkesdorf: Die Gartenhäuschen an der Tuchbleiche müssen weg

Birkesdorf: Die Gartenhäuschen an der Tuchbleiche müssen weg

Wie vor den Kopf gestoßen waren die Eigentümer der Grundstücke mit den Nummern 14 bis 66 an der Tuchbleiche in Birkesdorf, als ihnen Mitte Dezember ein Informationsschreiben des Amtes für Stadtentwicklung zugestellt wurde.

Darin wurde ihnen mitgeteilt, dass ihre Garagen, Gartenhäuschen, Abstellräume und Überdachungen ganz oder zum Teil auf einem Grund gebaut worden sind, der zum sogenannten Außenbereich gehört. Und damit, stellt die Stadt Düren fest, haben sie dort nichts zu suchen. Den Betroffenen wurde schriftlich nahegelegt, innerhalb einer Frist von drei Monaten die illegalen Bauten abzureißen.

Die idyllischen Gartenanlagen am Mühlenteich stehen zwischen zehn und 20 Jahren. „Den Erbauern”, sagt der Sprecher der Eigentümer, Udo Starkens, „war damals die Tragweite ihres Handelns nicht bewusst.” Welcher Bürger kennt auch schon den Unterschied zwischen Innen- und Außenbereich, wenn er nicht gerade selbst baut oder gar Architekt ist? Den Wert der abzureißenden Gebäude in den privaten Gärten beziffert Starkens auf bis zu 50.000 Euro.

Heide Arras-Starkens, deren Mutter Grete Arras ihr geliebtes Sommerhäuschen auch abreißen müsste, betont, dass die Eigentümer durchaus für Kompromisse zu haben sind. „Wir alle sind gesprächsbereit”, sagt sie. „Wir wollen für alle Seiten das Beste.” Und ihr Mann fügt hinzu: „Dass ein solcher Kompromiss Geld kostet, ist allen Beteiligten klar.” Allen sei bewusst, dass ihre Bauten im Außenbereich nicht legal sind. Starkens hofft wie seine Mitstreiter aber auf eine nachträgliche Genehmigung.

Seltsam finden die Eigentümer, dass vor etwa zwei Jahren Behördenvertreter schon einmal auf den Grundstücken an der Tuchbleiche unterwegs waren. Die Rur war damals über die Ufer getreten, und der Teich musste geflutet werden. Den Vertretern der Stadt, wundert sich das Ehepaar Starkens, sei damals offenbar nichts aufgefallen. Ins Rollen gebracht hat die Aktion der Stadt schließlich die Beschwerde eines Nachbarn wegen Ruhe störenden Lärms.

Auf Nachfrage der DZ versicherte der Leiter des Amtes für Stadtentwicklung, Bernd Kürten, dass noch „kein ordnungsbehördliches Tun nach § 28 Verwaltungsverfahrensgesetz” eingeleitet worden sei. „Wir wollen die Leute nicht zanken, müssen dem Recht aber Genüge tun”, betont Kürten.

Und das Gesetz besagt: Bauliche Anlagen wie Garagen, Gartenhäuser, Abstellräume oder Überdachungen dürfen nicht im sogenannten Außenbereich errichtet werden. Das sind Grundstücke oder Grundstücksteile, die nicht im Bebauungsplanbereich liegen. Innerhalb dieses Bereichs dürfen Gebäude mit einem umbauten Raum von bis zu 30 Kubikmeter ohne Genehmigung errichtet werden. Größere Bauvorhaben bedürfen immer der Genehmigung aus dem Rathaus.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, im Zweifelsfall bei der Kommune nachzufragen, bevor man sich in seinem Garten ans Bauen gibt. So lassen sich böse Überraschungen wie an der Tuchbleiche in Birkesdorf zuverlässig verhindern.

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