Kommentar zum Bürgermeister Niederzier: Die Fußstapfen sind groß

Kommentar zum Bürgermeister Niederzier : Die Fußstapfen sind groß

Dass Hermann Heuser auf eine dritte Kandidatur als Bürgermeister der Gemeinde Niederzier verzichtet, kommt nicht überraschend, auch wenn seine erfolgreiche Arbeit in der schuldenfreien und prosperierenden Kommune wohl spielend für einen weiteren Wahlsieg gereicht hätte.

Erinnert sei nur an das Traumergebnis des SPD-Politikers von 81 Prozent bei seiner Wiederwahl 2013 – trotz CDU-Gegenkandidat. Dass der Familienmensch nach dann 49 (!) Jahren im Niederzierer Rathaus, davon fast 13 an der Spitze von Rat und Verwaltung, ab Oktober 2020 kürzer treten will, ist mit Blick auf seinen prall gefüllten Terminkalender der vergangenen Jahre mehr als verständlich. Seine immense Erfahrung und sein ausgleichender Politikstil über alle Parteigrenzen hinweg aber werden der Gemeinde fehlen, insbesondere bei der schwierigen Bewältigung des Strukturwandels.

Heuser, der Teamplayer mit Weitblick, hat die Weichen gestellt. Die Züge müssen eigentlich nur noch in den Zielbahnhof fahren. Das wird jedoch alles andere als einfach. Die Konkurrenz beim Kampf um Fördergelder ist schon heute groß, und sein Nachfolger, egal ob Verwaltungsfachmann aus den eigenen Reihen oder Seiteneinsteiger aus der Politik, wird sich Heusers Standing erst noch erarbeiten müssen. Der 64-Jährige hinterlässt große Fußstapfen.