Die ersten Sorgebeauftragten des Kreis Düren erhalten die Zertifikate

Sorgebeauftragte des Kreis Düren : Mit 90 Jahren der älteste Beauftragte

„Niemand macht sich gerne Sorgen, aber es ist so wichtig, dass man einen Menschen hat, der sich um einen sorgt“, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn, bevor er am Donnerstagabend in der Marienkirche den ersten Sorgebeauftragten des Kreises Düren ihre Zertifikate übergab.

Die 31 Bürger aus verschiedenen Kommunen des Kreises hatten sich im Rahmen der „Initiative Sorgekultur – solidarisch und gerecht sorgen in Stadt und Kreis Düren“ mit einer 40-stündigen Fortbildung qualifiziert und sollen nun als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Die Bürgerinitiative wurde von Vertretern der Hospizbewegung und dem Verein für Lebens- und Trauerhilfe mit Hilfe des „Ethik-Dialog Zürich“ 2015 ins Leben gerufen. Sie versteht sich als Weiterentwicklung des Hospizgedankens. Inzwischen haben rund 500 Menschen ihre Seminare und Dialogveranstaltungen besucht. Ihr Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Vernetzung von haupt- und ehrenamtlichen Sorgeangebote im Kreis.

Auf der Website der „Initiative Sorgekultur“ findet sich zum Beispiel ein Sorgenkompass, der eine einfache und anonyme Vermittlung der verschiedenen Sorgeangebote bietet. Auch eine Ethik-Charta haben die Mitglieder erarbeitet. Diese findet sich auch auf den Zertifikaten der neuen Sorgebeauftragten wieder und dient als Leitfaden.

Während ihrer Fortbildung haben sie sich zum Beispiel mit Themen wie Urteilsfähigkeit oder Gerechtigkeit und Solidarität beschäftigt. Dass man sich mit dem Thema auch im Alter noch gut beschäftigen kann, zeigte der älteste Sorgebeauftragte Dr. Krause, der im Februar 90 wird, die 40 Seminarstunden mit Erfolg absolviert hat.

Ein letzter Fortbildungsvortrag fand im Anschluss an die Verleihung der Zertifikate statt. Zum Thema „Pflegekultur ist Sorgekultur“ sprach Andrea Fuchs von der Pflegeberatungsstelle des Kreises Düren. Dr. Ruth Baumann-Hölzle hielt außerdem ein Impulsreferat über die „Abschaffung der Schwäche“.

Auch im nächsten Jahr wird es wieder ein Kursangebot zur Qualifizierung zur Sorgebeauftragten geben. Weitere Informationen finden sich unter www.in-sorge.de.

(kim)
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