Umfrage nach Merkels Verzicht: Die Entscheidung der Kanzlerin kam für die Basis nicht ganz überraschend

Umfrage nach Merkels Verzicht : Die Entscheidung der Kanzlerin kam für die Basis nicht ganz überraschend

Nach der doch überraschen Ankündigung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, im Dezember nicht noch einmal für den CDU-Parteivorsitz kandidieren zu wollen, hat sich die DZ an der Basis umgehört.

Thomas Floßdorf, CDU-Vorsitzender in Düren:

Thomas Floßdorf (CDU, Düren). Foto: ZVA/Jörg Abels

„Ich hatte innerlich nach diesem Wahldebakel damit gerechnet. Im Prinzip ist das Thema Erneuerung immer wichtig in einer Partei und ein ganz normaler Prozess. Ich persönlich aber finde es schade, wenn man mit Fakten dazu gezwungen wird und nicht selbst die Dinge steuert. Kanzlerschaft und Parteivorsitz waren eigentlich in der CDU immer untrennbar miteinander verbunden. Ich hoffe daher, dass Merkels Entscheidung zu einer Stabilisierung und nicht zu einer weiteren Destabilisierung der Großen Koalition beiträgt. Zur Frage der Nachfolge kann ich nur spekulieren. Neben Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer wird sich sicherlich auch einer aus der jungen Riege um Jens Spahn in Stellung bringen. Die Frage wird auch sein, welche Rolle NRW-Ministerpräsident Armin Laschet spielen wird.“

Julia Dinn, Kreisvorsitzende der Jungen Union aus Langerwehe:

Julian Dinn aus Langerwehe, Kreisvorsitzende der Jungen Union. Foto: Armin Großek

„Der Entscheidung ist Respekt zu zollen, das war sicher keine leichte. Es hatte sich schon angedeutet: Die Stimmen, die diesen Schritt gefordert haben, hat man nicht zum ersten Mal gehört. Nun war es in Hessen eine schwierige Situation, deshalb Respekt, dass sie den Schritt wagt. Es war wirklich Zeit, obwohl Angela Merkel natürlich viel geleistet hat. Nun wird mit vielen Namen jongliert. Annegret Kramp-Karrenbauer hat auf ihrer Zuhör-Tour viel zugehört und nachgefragt. Ich kann aber auch dem ehemaligen Bundestagsfraktionsvorsitzenden Friedrich Merz in gewissen Punkten etwas abgewinnen. Beide haben was für sich, aber ich möchte gern abwarten, mit welchen Positionen sie sich aufstellen.“

Robert Halstein, Vorsitzender der Senioren-Union Düren:

Robert Halstein (CDU, Düren Senioren-Union). Foto: ZVA/Jörg Abels

„Ich habe Angela Merkel immer gemocht und bin ein Fan von ihr. Daher bedauere ich ihre Entscheidung. Wenn wir sie nicht als Kanzlerin in den großen Krisen der vergangenen Jahre gehabt hätten, wären wir Deutsche nicht so gut aus ihnen herausgekommen. Die Nachfolgefrage ist schwer zu beantworten. Ich bin kein Freund von Jens Spahn und kann Annegret Kramp-Karrenbauer nicht so recht einschätzen.“

Stefan Küpper, CDU-Fraktionschef in Nörvenich:

Stefan Küpper (CDU, Nörvenich). Foto: ZVA/Jörg Abels

„Die Entscheidung von Angela Merkel hat mich nicht überrascht. Ein ‚Weiter so’ wäre nach den vielen Niederlagen der vergangenen Monate und den Problemen innerhalb der Großen Koalition sicher nicht mehr möglich gewesen. Wenn jetzt Friedrich Merz ihr Nachfolger werden sollte, dann dürfte es wirklich große Veränderungen geben. Kernfrage wird jetzt auch sein, ob Angela Merkel Kanzlerin bleiben wird.“

(ja, wel)