Düren: Die „City Kids“ werden mit 98.000 Euro gefördert

Düren: Die „City Kids“ werden mit 98.000 Euro gefördert

87 Kinder besuchen die Kita „City Kids“ an der Arnoldsweilerstraße. Rund 90 Prozent von ihnen haben einen Migrationshintergrund, nur wenige sind aber Flüchtlinge. „Die meisten Kinder lernen bis zu ihrem zweiten Lebensjahr ihre Muttersprache und können nur einzelne deutsche Wörter“, sagt Christina Auel.

Sie ist Fachkraft für Sprachförderung und kann dank des Bundesprogramms „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ die Mitarbeiter in der Kita unterstützen.

Während die Schuhe in Reih und Glied stehen, finden die Kinder Zugang zur deutschen Sprache. Foto: Annika Thee

Mit ihren Kollegen entwickelt die zusätzlich als Heilpädagogin ausgebildete Fachfrau verschiedene Ansätze, um den Kindern die deutsche Sprache beizubringen. „Das geht am besten über Bewegung“, erklärt sie. Gemeint ist damit die sogenannte gebärdenunterstützte Kommunikation. Die Kinder lernen deutsche Wörter zusammen mit Gebärden, um sich mitteilen zu können, beispielsweise bei den Wörtern „essen“ und „trinken“. Zudem können die Kinder auch über Musik, beim Turnen und Malen lernen, sich auszudrücken.

Insgesamt 98.000 Euro erhält die Kita bis 2020 aus dem Fördertopf des Bundesministeriums. Daraus speist sich das Gehalt von Christina Auel, aber auch ein Pauschalbetrag, der für drei Förderbereiche ausgegeben werden soll: alltagsintegrierte Sprachförderung, inklusive Pädagogik und Zusammenarbeit mit Familien.

Diese abstrakten Formulierungen werden von Christina Auel in der Kita auf einfache Weise in die Tat umgesetzt. „Alltagsintegrierte Sprachförderung“ bedeutet schlicht, dass der Tagesablauf darauf ausgelegt wird, die Sprachentwicklung der Kinder auf spielerische Weise zu fördern.

Für den Erfolg des Sprachförderprogramms ist besonders die enge Zusammenarbeit mit den Eltern wichtig, weiß Auel. Dies treffe ganz besonders bei den 15 Kindern mit erhöhtem Förderbedarf zu, die in der Kita betreut werden. Denn schließlich sei die Familie der wichtigste Faktor für die Sprachentwicklung der Kinder.

Kita-Leiter Paul Mank beschreibt das Verhältnis zu den Eltern als eng. „Es gibt keine Distanz. Sie nehmen gerne an unseren Angeboten teil und arbeiten mit uns“, lobt er. Trotzdem fällt die Kommunikation nicht immer leicht. Da hilft es sehr, dass die Mitarbeiter neben deutsch auch türkisch, russisch, rumänisch und italienisch sprechen können — weil die Mitarbeiter aus jenen Ländern stammen. Trotzdem müssen sie manchmal auch auf Dolmetscher zurückgreifen. Auel und ihre Kollegen versuchen, die Eltern dazu zu bringen, selbst Deutsch zu lernen, beispielsweise mit Aktionen, wie dem regelmäßigen Besuch der Bücherei. „Die Angst zu nehmen, ist eine schwierige Aufgabe. Aber wir sind auf einem guten Weg“, sagt Auel.

Davon, dass die Sprachförderung in der Kita besonders gut funktioniert, konnten sich auch der Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer und die stellvertretende Bürgermeisterin und Kreisvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Carmen Heller-Macherey, überzeugen. „Bei diesem Programm kommt das Geld an der richtigen Stelle an“, sagt Krischer zufrieden. „Die Integration hier funktioniert gut. Das ist ein positives Beispiel mitten in Düren“, fügt er hinzu.