Die besten Auszubildenden in der Bundesrepublik

Zwei Bundessieger aus dem Kreis Düren : Zwei Azubis bestehen in der „dünnen Luft“

Philipp Wollgarten (27 Jahre) hat einen anspruchsvollen Beruf. Elektroniker der Fachrichtung Informations- und Kommunikationstechnik. Bei der Firma TFA Gesellschaft für Kommunikationstechnik am Rande des Kreuzauer Ortsteiles Stockheim holt er sich das Rüstzeug.

Mit großem Erfolg, denn Philipp Wollgarten wurde in Berlin Bundessieger.

Und nicht nur er ist Bundessieger. Sebastian Sievernich aus Düren ist ebenfalls der bundesweit Beste in seinem Ausbildungsjahrgang. Er erreichte den ersten Platz im Leistungswettbewerb des Kraftfahrzeugshandwerks und darf sich wegen seiner hervorragenden Darbietungen bester Automobilkaufmann nennen.

Eigentlich war es Zufall, dass der 21-Jährige vor einigen Jahren in das Kfz-Handwerk rutschte. Der Realschüler machte an der Kaufmännischen Schule an der Euskirchener Straße in Düren das Fachabitur, suchte während der Schulzeit einen Praktikumsplatz und bekam ihn im Autohaus Herten in Düren. Beide Seiten waren schließlich zufrieden, und so begann Sievernich nach seiner Schulzeit im Autohaus an der Monschauer Straße seine dreijährige Ausbildung zum Automobilkaufmann.

Die beendete er als Sieger im Kammerbezirk Aachen, wurde Bester auf NRW-Ebene und stellte sich mit sieben anderen der 16 Landessieger republikweit den Anforderungen des Bundeswettbewerbes. Sein Großvater Franz Haas, der voll des Lobes über seinen Enkel ist, begleitete ihn nach Koblenz.

Bester Automobilkaufmann: Sebastian Sievernich aus Düren. Foto: ZVA/Franz Sistemich

In der Stadt am Zusammenfluss von Rhein und Mosel musste Sievernich in den Prüfungen einen Fahrradträger verkaufen, alle Möglichkeiten einer Fahrzeugfinanzierung mit ihren Vor- und Nachteilen aufzeigen, ein Marketing-Konzept erstellen und in der Dialogannahme auch in einem Rollenspiel mit einem „Kunden“ bestehen. Mit der maximal möglichen Punktzahl 100 bewertete die Jury gerade diesen Prüfungsabschnitt. Und so betont Sievernich, der gerne mit Menschen arbeitet: „Der Kunde muss zufrieden sein. Das ist das Wichtigste.“

Nun arbeitet Sebastian Sievernich bei der Jacobs-Gruppe in Aachen. Auch dort will er seine soziale Kompetenz beweisen, indem er beispielsweise jeden Kunden gleichstellt. Er will sich aber nicht auf den Lorbeeren des Bundesbesten ausruhen, sondern weiter an seinem beruflichen Werdegang arbeiten: „Ich bin ein neugieriger Mensch, ich will mich weiter entwickeln, will mich verbessern, auch mit den Möglichkeiten, die mir mein Arbeitgeber bietet.“

Großvater Franz Haas hört es gerne und will seinem Enkel weiter mit Ratschlägen, die der Junior gerne annehmen will, zur Seite stehen.

 Zurück aber zu Philipp Wollgarten. „Eine hervorragende Leistung am Beginn des Berufsweges“, meinte anerkennend Uwe Günther, der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Rureifel. Mit Gerd Linden, dem stellvertretenden Obermeister der Elektro-Innung Düren-Jülich („Ein herausragendes Ereignis für die Innung“) ehrte er in den TFA-Betriebsräumen den erfolgversprechenden Handwerker.

Und stolz sind auch die Verantwortlichen im Ausbildungsbetrieb in Stockheim. Das sind Geschäftsführer Jörg Brose – er war der erste Auszubildende in der Firma TFA – und Peter Streitberg ebenso wie Ausbildungsleiter Rüdiger Schall und die Gesellschafter Sigrid Fuchs und natürlich Sascha Streitberg, verantwortlich für die Sparte Einbruchmeldeanlagen.

Denn die ist das Feld, das Philipp Wollgarten beherrscht. Schon beim Landeswettbewerb bewies er seine Spezialkenntnisse. „Beim Bundeswettbewerb war die Luft aber schon dünner“, erinnert sich Wollgarten an den Wettbewerb der acht Finalisten. Beeindruckt war er von der Organisation und dem Ablauf des Wettbewerbs. Und von Elke Büdenbender, der Ehefrau des Bundespräsidenten. Sie nahm die Ehrung der Sieger vor. Und nicht nur das. „Sie nahm sich auch für jeden Zeit für ein privates Wort und auch Vorstellungen zu den Berufsperspektiven“.

Und die hat Philipp Wollgarten. Ein Modul auf dem Weg zum Meister hat er schon absolviert. „Die anderen werde ich wohl auch noch machen“, ist er sicher. Und sicher ist auch, was die TFA-Verantwortlichen ihm garantieren. „Für ihn ist unsere Tür immer offen“.

(sps/sis)
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