Die Auftaktveranstaltung zum Gründerwettbewerb

Junge Unternehmer berichten von ihren Erfahrungen: Strenge Impulse sind zeitweise nötig

„Das Gründen nimmt viel Zeit in Anspruch und oft muss man geduldig sein“, berichtete Christina Schwarz zum Auftakt des 16. Gründungswettbewerbes AC² in Düren. „Aber es erlaubt auch, kreative Ideen umzusetzen und sich dann an den Ergebnissen zu erfreuen.“

Sie sprach aus eigener Erfahrung, denn auch sie hat sich mit dem Restaurant Strandwerk am Dürener Badesee selbstständig gemacht. Dort trafen am Donnerstag aufstrebende Gründer aus Düren und der Umgebung auf Berater und Fachleute aus der Gründerregion Aachen.

Die Initiative AC² möchte Existenzgründern im Rahmen mehrere Veranstaltungen mit Expertenwissen zur Verfügung stehen und so ein Netzwerk schaffen, durch das der regionale Wirtschaftsraum und die Qualität der Unternehmensgründungen gefördert werden sollen. Zu diesem Zweck lädt die Gründerregion Aachen Interessierte aus der Region zu dem Businessplanwettbewerb ein. Die Gewinner erwarten Geldpreise von 10 000, 7500 beziehungsweise 5000 Euro sowie Sachpreise wie zum Beispiel einen professionellen Image-Film. Im Vordergrund steht aber vor allem ein umfangreiches Mentoring-Programm im Zuge des Wettbewerbes.

Bei der Dürener Auftaktveranstaltung berichteten unter anderem Gewinner aus dem Vorjahr über ihre Entwicklung und Erfahrungen. Einer davon ist Peter Linder, der es mit seiner innoVitro GmbH im vergangenen Jahr auf den ersten Platz schaffte. Seine Firma spezialisiert sich auf ein in-vitro-Herzmuskelmodell zur Erforschung von Herz-Kreislauferkrankungen – als Alternative zu Tierversuchen. Für ihn ist klar: Das durch den Wettbewerb erweiterte Netzwerk ist viel wichtiger als der Geldpreis.

„Als Neuling im Business übersieht man manche Aspekte schnell oder vergisst sie gleich ganz“, berichtete er bei der Talk-Runde. „Wir haben zum Glück schnell einen sehr guten Mentor gefunden, der uns durchaus recht kritisch auf den richtigen Weg geführt hat. Aber es sind genau diese zeitweise strengen Impulse, die man braucht, damit das Unternehmen durchstarten kann.“ Inzwischen ist die Firma am Markt und wird schon bald ihre ersten eigenen Räumlichkeiten in Jülich beziehen.

Was Peter Linder und sein Team schon erreicht haben, möchte auch Christian Kuckertz mit der Hilfe von AC² schaffen. Gegründet hat er sein sein Unternehmen BGM-Solutions, ein Portal für innovative Lösungen im Bereich des Arbeits- und Gesundheitsschutzes mit Sitz in Jülich, bereits. Vom Wettbewerb erhofft er sich aber vor allem eine Grundberatung: „Ich bin ein junger Kerl, es gibt so viele Leute, die viel mehr Erfahrung haben als ich“, sagte er. „Bei mir steht definitiv der Lernprozess an erster Stelle.“

Um diese Kompetenzen zu erlangen, können die Teilnehmer bei 18 Workshops und Events wie einem Innovationstag oder einem Workshop zur Ideenentwicklung teilnehmen. Die Gewinner werden dann am 6. Juni 2019 im Krönungssaal des Aachener Rathauses gekürt. Auch wenn die Auftaktveranstaltung bereits stattgefunden hat, können sich interessierte Gründer immer noch unter www.ac-quadrat.de bewerben. Dort gibt es auch weitere Informationen zum Wettbewerb.

(kim)
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