Düren: Die Aufgaben sind vom Land klar vorgegeben

Düren: Die Aufgaben sind vom Land klar vorgegeben

Seit drei Wochen betreibt der Awo-Kreisverband die Notunterkunft des Landes für Flüchtlinge an der Cornetzhofschule. Fünf Mitarbeiter sind im Einsatz, Unterstützung erfahren sie von Ehrenamtlichen, die bei der Ausgabe von Mahlzeiten, der Betreuung der Kinder und dem Waschen von Kleidung helfen. 148 Flüchtlinge sind in der Turnhalle untergebracht.

„Das Team ist eingespielt, jeder weiß, was zu tun ist“, berichtet Dirk Nieveler, der mit seiner Kollegin Beatrix Cataldo die Notunterkunft leitet.

Da sich die Flüchtlingssituation weiter zuspitzt, hatte die Bezirksregierung die Stadt im Wege der Amtshilfe in Anspruch genommen. „Wir haben uns mit einem Konzept beworben, weil wir viel Erfahrung auf diesem Gebiet haben“, erklärt Geschäftsführerin Leonore Küpper-Beckers. „In den 90er Jahren haben wir Flüchtlingsarbeit geleistet, als viele Menschen aus Bosnien-Herzegowina nach Düren gekommen sind“, berichtet sie.

Dirk Nieveler ist bei der Awo zuständig für die Gebäudetechnik, Beatrix Cataldo leitet eine Kita. „Wir haben uns — wie unsere Kollegen — freiwillig gemeldet“, sagt die Erzieherin. Um den Betrieb gewährleisten zu können, sind täglich bis zu 18 Ehrenamtler im Einsatz. „Wir sind sehr froh, dafür aus einem großen Pool schöpfen zu können“, berichtet Beatrix Cataldo. Etwa 200 Namen stehen auf einer Liste, darunter auch viele Dolmetscher.

Die Aufgaben sind vom Land klar vorgegeben: So müssen täglich drei Mahlzeiten, die Caterer anliefern, ausgegeben werden. Drei mal am Tag muss zertifiziertes Personal die Sanitäranlagen reinigen, eine Wäscherei kümmert sich um die Bettwäsche. Die Awo-Mitarbeiter, die von städtischen Hausmeistern, einer Verwaltungskraft und einem Sozialarbeiter unterstützt werden, übernehmen die Registrierung der Flüchtlinge, erstellen die Datensätze für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und kümmern sich um die medizinische Untersuchung. „Anfangs mussten wir auch Transporte für die erkennungsdienstliche Behandlung organisieren“, berichtet Nieveler. Dafür seien mittlerweile mobile Teams unterwegs.

Geplant ist, dass die Menschen etwa zwei bis drei Wochen in Düren sind. Wurde der Asylantrag gestellt, werden sie auf andere Einrichtungen verteilt. „Wir wollen mit Containern eine Art Aufenthaltsraum schaffen, damit sich die Menschen auch bei schlechtem Wetter sinnvoll beschäftigen können“, sagt Nieveler: „Die Situation ist nicht immer einfach für die Menschen.“ Doch auch für die Mitarbeiter und Helfer sei das Warten nicht ohne. „Wir stehen 72 Stunden auf Abruf bereit, wenn eine Zuweisung angekündigt wird“, sagt er. Genaue Zeiten gebe es nicht. Sobald der Bus ankommt, muss jeder Handgriff sitzen: Die Flüchtlinge werden registriert, erhalten Kleidung, Hygieneartikel sowie eine provisorische Identifikationskarte.

(sj)
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