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„Die Arbeit für Flüchtlinge wird beendet”

„Die Arbeit für Flüchtlinge wird beendet”

Kreis Düren. „Wer Flüchtlinge berät, hilft Menschen, bei denen es meist um existenzielle Fragen geht. Man muss ein sehr komplexes Gesetzeswerk überschauen und immer auf dem aktuellen Stand sein. Das ist eine schwierige Materie. Laien allein sind da schnell überfordert.”

Die evangelische Pfarrerin Susanne Rössler steht mit ihrer Einschätzung nicht allein da. Auch Friederike Fischermann vom Arbeitskreis Asyl Jülich ist der Auffassung, dass die zahlreichen Ehrenamtlichen im Kreis Düren, die aus christlicher Nächstenliebe Flüchtlinge mit Rat und Tat unterstützen, nicht allein gelassen werden dürfen.

„Die Katholische Kirche hat hier eine Bringschuld”, sagt Friederike Fischermann und fordert damit konkret den Erhalt der Stelle von Gudrun Duda-Heinzke. Die Mitarbeiterin der Regionalstelle Düren ist seit 1993 hauptamtliche Geschäftsführerin des Flüchtlingsrates im Kreis Düren.

Wenn das Bistum Aachen die Regionalstelle Düren wie angekündigt aus finanziellen Gründen schließt, dann, so befürchten die ehrenamtlichen Asylkreis-Mitarbeiter, könnte auch die 30-Stunden-Stelle von Gudrun Duda-Heinzke gestrichen werden. „Das wäre fatal, denn damit wäre der Flüchtlingsrat in seiner Funktionsfähigkeit gefährdet”, sind sich Heike Winzenried und Frank Kreß, beide Sprecher dieses Rates, einig.

Ohne die koordinierende und unterstützende Arbeit der hauptamtlichen Geschäftsführerin, ohne ihre Kompetenz im Hintergrund, werde die Arbeit vor Ort zugunsten der im Kreis Düren lebenden 600 Asylbewerber und 400 Flüchtlinge - diese Zahlen sind geschätzt - stark leiden.

Sollte das Bistum die Arbeit, die bisher in den Regionalstellen vor Ort geleistet wird, an einer Stelle konzentrieren, so empfinden die ehrenamtlichen Praktiker auch das als großen Qualitätsverlust. Trotz des Rotstift-Diktats gibt der Flüchtlingsrat die Hoffnung nicht auf, von Kürzung verschont zu bleiben: „Die Flüchtlingsarbeit liegt dem Bischof sehr am Herzen”, hieß es aus der Runde.