Arnoldsweiler/Merzenich: Die A4-Verlegung wird 20 Prozent teurer

Arnoldsweiler/Merzenich: Die A4-Verlegung wird 20 Prozent teurer

Der lange Winter hat die Arbeiten nicht beeinträchtigt. „Der sechsspurige Ausbau und die Verlegung der A 4 zwischen Düren und Kerpen liegen voll im Zeitplan. Und wir setzen alles daran, auch im Zeitplan zu bleiben“, versichert Projektleiter Werner Engels vom Landesbetrieb Straßenbau NRW. Aus heutiger Sicht ist die für den 1. September 2014 geplante komplette Freigabe der neuen Strecke nicht in Gefahr.

„70 Prozent der Erd- und Deckenarbeiten sind bereits abgeschlossen“, erklärt Werner Engels, allen voran auf einem gut sieben Kilometer langen Teilstück zwischen der Ellebach-Brücke nahe Ellen/Arnoldsweiler und der Ortschaft Manheim. Hier fehlt nur noch die Ausstattung: Markierung, Beschilderung und Schutzstreifen.

Anfang Mai soll die Bahnstrecke der Rurtalbahn auf die neue Brücke umgelegt werden. Foto: Abels

Viereinhalb Jahre nach dem ersten Spatenstich des Großprojekts ist aber auch klar: Der in den Jahren 2005 bis 2008 errechnete Kostenrahmen mit einem Volumen von 152,9 Millionen Euro wird deutlich überschritten. Werner Engels verweist zum jetzigen Zeitpunkt — noch sind nicht alle Bauaufträge vergeben — auf eine sich abzeichnende Kostensteigerung in Höhe von rund 20 Prozent. Das heißt: Ausbau und Verlegung der vielbefahrenen West-Ost-Verbindung werden gut 30 Millionen Euro teurer.

Projektleiter Werner Engels (Straßen NRW) ist zuversichtlich, dass die neue A4 wie geplant zum 1. September 2014 freigegeben werden kann. Foto: Abels

Mehrkosten, die aber nicht allein der Staat schultern muss. Wie bei den Kosten des Gesamtprojekts werden auch sie aufgeteilt zwischen dem Bund, der für den sechsspurigen Ausbau zuständig ist, und dem für die Verlegung der Autobahn verantwortlichen Tagebaubetreiber RWE Power. Engels begründet die doch erheblichen Mehrkosten mit gestiegenen Energie- und Stahlpreisen, die sich vor allem bei den Brückenbauwerken negativ ausgewirkt haben.

Mittlerweile steht auch fest, dass ein Teil der neuen A 4 definitiv bereits in den Osterferien 2014 freigegeben werden soll. Wenn in Düren mit dem Abriss der Eisenbahnbrücke der Schoellerstraße auf der Lebensader B 56 nur noch zwei statt vier Fahrspuren zur Verfügung stehen, soll der aus Aachen kommende Verkehr zur Entlastung des Nadelöhrs den Weg über die neue Anschlussstelle Merzenich, die L 264 und die B 264 nach Düren finden. „Dafür soll bereits am 1. oder 2. April 2014 eine Fahrspur Richtung Köln freigegeben werden“, kündigt Engels an.

Um diesen Plan auch umsetzen zu können, wird in Kürze der etwa 2,25 Kilometer lange Ausbauabschnitt zwischen der Anschlussstelle Düren und dem Beginn der Verlegung an der K 2-Brücke bei Arnoldsweiler in Angriff genommen. Im Zuge des sechsspurigen Ausbaus muss eine große Beckenanlage für das bei Regen anfallende Oberflächenwasser gebaut werden.

Viel wichtiger aber ist der noch ausstehende Abriss der Rurtalbahnbrücke. Nach doch erheblichen Verzögerungen beim von der Rurtalbahn in Eigenregie durchgeführten Bau der neuen Brücke soll die Bahnstrecke Düren-Jülich nun Anfang Mai von der alten auf die neue Brücke umgelegt werden, kündigt Engels nach Gesprächen mit Vertretern der Rurtalbahn an. Ob der Zeitplan eingehalten werden kann, bleibt jedoch abzuwarten. Der Bahndamm ist zwar bereits aufgeschüttet, Gleise und Signaltechnik müssen aber noch komplett verlegt werden. Der Landesbetrieb Straßenbau geht aktuell noch davon aus, dass die alte Bahnbrücke Mitte Mai abgebrochen werden kann. Die A 4 muss dann für etwa 20 bis 26 Stunden komplett gesperrt werden.

Spätestens bis zu den Sommerferien, erklärt Werner Engels, müsse sich auch die Stadt Düren entscheiden, ob — wie von CDU und SPD beantragt — der Lärmschutzwall bei Arnoldsweiler um bis zu 200 Meter in Richtung Aachen verlängert werden soll. Engels betont, dass beim Ausbau anfallende Erdmassen für den Bund kostenneutral für die Wallverlängerung eingesetzt werden können, vorausgesetzt die Stadt schafft rechtzeitig Baurecht und kann das benötigte Land ankaufen. Wie lang der zusätzliche Wall werden kann, ist aber noch unklar. „Ob die anfallenden Erdmassen für 100, 150 oder 200 Meter reichen, können wir aktuell nicht sagen.“

Und wie geht es dann weiter: In Kürze wird mit der Montage von 41 Wechselzeichenbrücken und den damit verbundenen elektronischen Anlagen begonnen. Und um die neue Trasse an die bestehende anzubinden, wird in Höhe Ellen auf der nördlichen Seite der A 4 eine Umfahrung eingerichtet, genau auf der Fläche, auf der einmal der 5,50 Meter hohe Lärmschutz für Ellen entstehen wird. Mit dessen Bau kann allerdings erst begonnen werden, wenn die neue A 4 im September 2014 freigegeben ist. Und dann wird der Landesbetrieb Straßenbau auch mit dem Rückbau der alten Trasse bis zur Abbaukante des Tagebaus Hambach beginnen.

So lange wird das A4-Projekt Werner Engels im Baubüro in Kerpen-Buir, An der Brennerei 37-45, noch beschäftigen. Nach Absprache unter Telefon 02275/91539-0 bietet der Landesbetrieb Straßenbau Bürgern auch weiterhin Sprechstunden an. Vor den Sommerferien ist zudem noch ein weiterer Tag der offenen Tür geplant, bei dem RWE Power auch noch einmal über die Verlegung der Hambachbahn informieren wird.

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