Kreis Düren: Dichtheitsprüfung im Kreis Düren

Kreis Düren: Dichtheitsprüfung im Kreis Düren

Nach monatelanger Debatte hat Rot-Grün im Landtag grünes Licht für den sogenannten Kanal-TÜV gegeben. Abwasserrohre von privaten Häusern in Wasserschutzgebieten, die vor 1965 gebaut wurden, müssen bis 2015 auf Dichtheit untersucht werden, die von neueren Gebäude bis 2020. Außerhalb von Wasserschutzgebieten legen Kommunen per Satzung fest, ob und wann eine Prüfungsbescheinigung notwendig wird. Wurde bereits eine Satzung beschlossen, besteht die Regelung fort. Was bedeutet das für die Bürger im Kreis Düren?

„Wir hätten im Rat beinahe eine Satzung beschlossen, haben sie wegen der Unsicherheiten aber wieder verworfen“, beschreibt Hürtgenwalds Bürgermeister Axel Buch eine Situation, die in vielen Kommunen ähnlich ist. Für die Teile von Hürtgen, Vossenack und Großhau, die in einem Wasserschutzgebiet liegen, werde eine Regelung gefunden werden müssen. Ohne einer Beratung im Gemeinderat vorausgreifen zu wollen, sieht Buch darüber hinaus keinen Bedarf, „aus eigenem Antrieb“ eine Satzung zu erlassen. Das Kanalsystem sei „relativ neu“.

In Nideggen gibt es Wasserschutzgebiete an den Trinkwasserquellen. In der Gemeinde Langerwehe befinden sich Teile von Heistern sowie im Schönthal eine Kirche mit umliegenden Gebäuden in einem Schutzgebiet. Langerwehe hat die gemeindlichen Kanäle in diesem Bereich in den vergangenen zwei Jahren geprüft: Es wurden nur wenige, minimal undichte Stellen gefunden.

In Düren, Kreuzau, Merzenich, Nörvenich, Niederzier, Heimbach und Vettweiß liegen keine Wohnhäuser in Wasserschutzgebieten. Somit gibt es keinen direkten Handlungsbedarf. In Kreuzau, Niederzier und Nörvenich ist ein Satzungsentwurf zwar bereits diskutiert worden, jedoch haben die Politiker eine Entscheidung vertagt, bis das Land eine endgültige Entscheidung trifft. Kreuzaus Baudezernent Siegfried Schmühl wird das Thema mit dem Rat diskutieren, sieht aber in Anbetracht der bisherigen Diskussionen keine politische Mehrheit für einen flächendeckenden Kanal-TÜV. In Heimbach kommt das Thema neu auf den Tisch.

„Das Land hat die Verantwortung an die Kommunen herunterdelegiert“, sagt Merzenichs Bauamtsleiter Thomas Lüssem. Vorbehaltlich der Zustimmung der Politik sieht er für die Gemeinde keinen Handlungsbedarf. Man wolle die Bürger nicht zusätzlich belasten. Genauso sehen es Nörvenichs Bürgermeister Hans Jürgen Schüller und sein Niederzierer Kollege Hermann Heuser. „Ich sehe bei privat genutzten Häusern nicht die Notwendigkeit einer Prüfung“, betont Heuser. Sollten aber bei größeren Kanalsanierungen im gemeindlichen Netz erheblich beschädigte Hausanschlüsse ans Tageslicht kommen, müssten Hausbesitzer sanieren, betont Heusers Vertreter Peter Schmitz

In Vettweiß, Düren und Nideggen existieren entsprechende Satzungen, die auf den ursprünglichen Vorgaben beruhen. Peter Hüvelmann, Fachbereichsleiter für das Bauwesen in Vettweiß: „Es ist jetzt Sache der Politik, über das weitere Vorgehen zu beraten.“ Auch die Dürener Satzung werde entweder überarbeitet oder neu gefasst, sagte ein Sprecher. Damit müssten sich zunächst die politischen Gremien befassen. Auch in Nideggen gilt laut Peter Esser: „Wir warten die Rechtsverordnung ab, die dem Beschluss der Landesregierung folgt. Rat und Verwaltung müssen jetzt überlegen, wie es weitergehen soll.“

(red)
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