Deutsch-Russischer Austausch in Düren

Ambitionierter Austausch : Klimaschutz ist auch in Russland ein großes Thema

Am Dienstagabend startet die 15. Deutsch-Russische Städtepartnerkonferenz. Mit dabei: ein Deutsch-Russisches Jugendforum. Fünf der 90 Teilnehmer sind aus dem Kreis Düren. Sie planen eine Jugendorganisation.

Die Temperaturen sind genau so hoch wie die Arbeitsbelastung: Die 16-Jährigen Fabian Christmann und Oliver Thuir tauschen gerade für eine Woche den Unterricht am Franziskus-Gymnasium in Vossenack gegen das Deutsch-Russische Jugendforum. Sie haben seit Samstag und noch bis einschließlich Donnerstag von morgens bis abends zu tun, arbeiten eng mit den russischen Kollegen zusammen und entwickeln Projekte. Das Ziel: mithilfe der Städtepartnerschaft länderübergreifend Akzente mit Jugendlichen und für sie setzen.

Dafür arbeiten fünf Jugendliche aus dem Kreis Düren mit drei Vertretern aus dem Partnerbezirk Mytischi in einem Team zusammen. Solche sogenannten Tandems gibt es insgesamt elf – jeweils mit Teilnehmern aus deutschen und russischen Partnerstädten. Unter ihnen haben Fabian Christmann, Oliver Thuir und die drei anderen Teilnehmer aus dem Kreis Düren aus zwei Gründen einen Sonderstatus: Sie haben Heimvorteil und sie sind die Küken. Die Zehnt- und Elftklässler sind die jüngsten in der Runde. Die anderen Teilnehmer sind mindestens 18 Jahre alt, einige knapp 30.

Altersunterschied kein Thema

Bei der Zusammenarbeit ist der Altersunterschied aber kein Thema und auch die Sprachbarriere empfinden die beiden nicht als störend. Gearbeitet wird nicht etwa auf Englisch, sondern auf Russisch und Deutsch. Bei jedem Termin, egal ob Podiumsdiskussion oder Vier-Augen-Gespräch, sind Übersetzer mit dabei. Dass sei zwar bei Diskussionen ein wenig holprig, meint Oliver Thuir, aber grundsätzlich kein Problem.

Jedes der elf Tandems bearbeitet in dieser Woche ein konkretes Projekt, das auf einer eigenen Idee basiert. Das Team aus dem Kreis Düren und Mytischi hat festgestellt, dass der russischen Partnerbezirk eine Jugendorganisation hat, über die Jugendliche sich engagieren können. „Die sind bei der Jugendarbeit weiter voran als wir“, erklärt Oliver Thuir den Grundgedanken hinter ihrer Projektidee: eine solche Jugendorganisation auch hier im Kreis zu gründen und gemeinsam mit dem russischen Pendant Projekte auf die Beine zu stellen. Das erste Vorhaben könnte dabei eine „Allee der Freundschaft“ sein, sodass Jugendliche aus Deutschland und Russland gemeinsam Bäume pflanzen und sich damit für den Klimaschutz einsetzen. Auch abgesehen von den konkreten Projekten ist der Klimaschutz ein einnehmendes Thema beim Jugendforum – und dass, obwohl die „Fridays for Future“-Bewegung in Russland völlig unbekannt ist, wie Christmann und Thuir überrascht feststellten. Und noch einen weiteren thematischen gemeinsamen Nenner haben sie gefunden: „Sowohl im Kreis Düren als auch in Russland prallen viele Kulturen aufeinander, die aber leider wenig im Austausch miteinander stehen.“

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