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Details der A4-Verlegung füllen 18 Ordner

Details der A4-Verlegung füllen 18 Ordner

Kreis Düren. Die Arbeiten am sechsspurigen Ausbau der A4 zwischen Aachen und Köln laufen auf Hochtouren.

Ende Februar wird zwischen Düren und Weisweiler auch die Fahrtrichtung Aachen auf der neuen Trasse freigegeben, zum Jahreswechsel 2004/2005 sollen die Arbeiten an der Anschlussstelle (AS) Düren abgeschlossen sein.

Doch noch wartet das größte Teilstück zwischen Düren und Kerpen auf seine Realisierung. Das Planfeststellungsverfahren für die 17,7 Kilometer lange Trasse, die aufgrund des fortschreitenden Tagebaus Hambach größtenteils neu gebaut werden muss, soll im Frühsommer eingeleitet werden.

Mit dem Baubeginn rechnet Regierungsbaudirektor Roland Schmidt, Projektgruppenleiter beim Landesbetrieb Straßenbau in Aachen, frühestens Ende 2006, vorausgesetzt, die Finanzierung (siehe Info) steht und größere Einsprüche gegen die Entwurfsplanung bleiben aus.

Drei Meter verbreitern

Basierend auf der 2001 verabschiedeten Linienführung, füllt die Detailplanung mittlerweile 18 Aktenordner. Zwischen der AS Düren und der K2 bei Arnoldsweiler soll die A4 zuerst um drei Meter auf jeder Seite verbreitert werden. Nach der Brücke über die K2, die wie 17 weitere Bauwerke auf dem Weg nach Kerpen erneuert werden muss, soll der Neubau in Richtung Bahnstrecke Köln-Aachen beginnen, zu der die Autobahn - und auch die Kohlebahn aus dem Tagebau (Hambachbahn) - bis hinter Manheim parallel verlaufen wird. Hinter Kerpen-Geilrath schließlich wird die A4 auf die alte Strecke zurückkehren, die aus ökologischen Gründen auf den letzten 2,2 km bis Kerpen nur auf der Nordseite verbreitert wird.

Ohne dem Planfeststellungsverfahren vorgreifen zu wollen, kündigt Roland Schmidt vorab bereits umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen für die Anlieger an. Obwohl sich die Autobahn von Ellen entfernen wird, ist hier - wie auch vor Arnoldsweiler - eine weitreichende Lärmschutzwand vorgesehen. Selbst auf der Merzenicher Heide, auf der im Kreuzungsbereich mit der L264 (Tagebaurandstraße) eine neue Anschlussstelle gebaut wird, ist ein kleinerer Schutzwall vorgesehen, ein Mitfahrerparklatz wie an der AS Düren aus Kostengründen allerdings nicht.

Die größten Lärmschutzmaßnahmen werden bei Buir notwendig. „Aufgrund der Nähe der Wohnbebauung wird die Autobahn dort bis zu zwölf Meter abgesenkt”, erklärt Schmidt. Obwohl Morschenich und Manheim im Abbaubereich des Tagebaus liegen, verspricht der Projektleiter, dass alle bisherigen Verbindungswege erhalten bleiben.

Um den Wegfall der AS Buir zu kompensieren, wird neben der AS/L264, für die die Gemeinde Merzenich dem Vernehmen nach schon Namensrechte reklamiert hat, hinter Geilrath eine weitere Anschlussstelle gebaut, im Kreuzungsbereich zur B477, die aufgrund des Tagebaus ebenfalls verlegt werden muss.

Sind auf dem Teilstück Düren-Kerpen bisher drei Rastanlagen vorhanden, eine mit WC („Im Bahnert”), so ist aus Platzgründen auf der neuen Trasse nur noch ein Parkplatz mit WC zwischen Manheim und Geilrath vorgesehen, der aber die bisherige Kapazität der drei Parkplätze bündelt, wie Projektleiter Schmidt versichert.

Die Kosten des Projekts werden zurzeit auf 134 Millionen Euro geschätzt, die sich der Bund, verantwortlich für den sechsspurigen Ausbau, und RWE Power (Rheinbraun), verantwortlich für die Verschwenkung, teilen. Die Kosten für den Aus- und Neubau zwischen Düren und Kerpen, rund 134 Millionen Euro, teilen sich Bund und RWE Power.

Der Bund plant, seinen Anteil (rund 60 Prozent) privat zu finanzieren. Das 17,7 km lange Teilstück steht auf einer Liste von zwölf Pilotabschnitten, in denen ein privates Betreibermodell realisiert werden soll.

Der Ausbau, die Erhaltung, der Betrieb und die Finanzierung sollen an einen privaten Investor übertragen werden. Im Gegenzug erhält der Betreiber die Lkw-Maut im auszubauenden Streckenabschnitt.

Die durch Pkw entstehenden Infrastrukturkosten werden in Form einer Anschubfinanzierung aus dem Straßenbauhaushalt des Bundes aufgebracht.

Das Bundesverkehrsministerium erhofft sich durch den Wettbewerb und den privaten Betreiber eine deutliche Kostenreduzierung. Vorbilder im Ausland gehen von 10 bis 20 Prozent aus.