Düren: Der „Zwei-Tage-Job” zahlt sich letzten Ende nicht aus

Düren: Der „Zwei-Tage-Job” zahlt sich letzten Ende nicht aus

Wieder wurde ein Kapitel in der Prozess-Serie um die „Hanf-Plantagenbesitzer” im Gewerbegebiet Niederzier abgeschlossen. Das Dürener Schöffengericht verurteilte am Donnerstag einen 27-Jährigen wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf Bewährung.

Der Staatsanwalt hatte in diesem „Ableger-Verfahren”, wie es der Anklagevertreter formulierte, zehn Monate gefordert.

Das „reumütige Geständnis” wertete das Gericht unter Vorsitz von Hans Georg Wingen ebenso strafmildernd wie die Tat an sich, die am unteren Ende einer Beihilfehandlung eingeordnet wurde. „Sie sind gut weggekommen” gab der Richter dem Angeklagten mit auf den Weg, der aber „Zweifel” an der Geschichte des Angeklagten hegte. Einfach so hinein geraten, wollte der Beschuldigte sein, ließ er durch seinen Rechtsanwalt mitteilen. Nach einem Aufenthalt in Österreich, wo er ein Casino mitführte, mit dem er aber eine Pleite hinlegte, brauchte er Geld.

Seine Bekanntschaft mit dem Haupttäter, der schon zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt worden ist, brachte ihm einen „Zwei-Tage-Job” ein. Vor den schon aufgestellten Containern füllte er Erde in Blumentöpfe, ohne nach eigenen Angaben zu wissen, warum. Später erfuhr er des Rätsels Lösung und machte weiter. Am nächsten Morgen half er dabei, eine Sichtschutzplane um die Container zu ziehen.

Der Lohn für den Job: 200 Euro. Pflanzen habe er keine eingesetzt, beteuerte der Angeklagte. Überzeugt war das Gericht nicht. Da er sich aber kooperativ zeigte, ließ das Gericht Milde walten. Richter Hans Georg Wingen überkam sogar ein Anflug von Mitleid, als mit Blick auf den Haupttäter äußerte: „Der hat sein Umfeld für dumm gehalten und auch noch schlecht entlohnt.”