Untermaubach: Der „Windener Kniebrecher”

Untermaubach: Der „Windener Kniebrecher”

100 Jahre nach der letzten Weinlese in der Flur „Zum langen Berg” in Maubach will eine Gruppe vom Weinanbau begeisterter Männer dem Rebenanbau zu neuer Blüte verhelfen. Der Untermaubacher Matthias Rossbach und seine Freunde Richard Platzak, Ronald Gry, Joseph Noel und Jan Vogelbruch wollen möglichst bald im Hang oberhalb der Firma Metsä Tissue und neben der Hochkoppel wieder Weinanbau betreiben.

Der Fachbereich Umwelt des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) lieferte jetzt den Grundstock: 220 Rebpflanzen mit den dazu gehörigen Pfählen. Anfang des vergangenen Jahrhunderts wurden in Kreuzau und Winden und auch in Unter- und Obermaubach Weintrauben angebaut. In Winden wurde 1911, also zwei Jahre später als in Maubach, der Weinberg mit der letzten Lese aufgegeben.

In einer von Lehrer Wolfram Guthausen verfassten Broschüre wurde Matthias Rossbach auf den Hang in der Flur „Im Zingelsberg” aufmerksam. Die Tochter Guthausens wollte diesen Weinberg erhalten wissen. Als lose Formation fanden sich Rossbach und seine Freunde zusammen mit dem Ziel, den Weinberg wieder zu rekultivieren.

Der LVR-Fachbereich Umwelt tritt für die Erhaltung und Wiederherstellung kulturhistorisch geprägter Landschaftsbilder ein. „Die Förderung einer Rebfläche ist für uns erstmalig”, so Carmen Queckbörner vom LVR, die bisher unter den 240 Antragstellern aus diesem Programm nur Hecken und Obstwiesen als förderungswürdig ansehen musste. Rund 2500 Obst- und Laubbäume sowie 12000 Sträucher und Heckenpflanzen wurden bezuschusst.

In Untermaubach lieferte Carmen Queckbörner jetzt erstmals Rebpflanzen an: Blauer Portugieser, Silvaner und Rieslaner. Bis zur ersten Lese wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Trotzdem: Einen Namen für den Saft aus den Reben diskutieren sie jetzt schon: „Windener Kniebrecher”. Wegen der schweren Arbeit im Hang, die auf die Knie geht. So soll auch der Wein aus Winden früher geheißen haben...