Der vierte Mundartabend im Dürener Stadtmuseum

Stadtmuseum lädt ein: „Wat kauchste hück?“ „Rievkoche“

„Von allem jett – op Platt jesaaht“. Treffender hätte die Überschrift zum vierten Mundartabend im voll besetzten Vortragsraum des Stadtmuseums nicht lauten können. Denn Moderator Rolf Terkatz präsentierte nicht nur zwei neue Vortragende, sondern es gab auch diverse neue Formen der Darbietung.

Neben den Versen bekannter Heimatdichter wie Tillmann Gottschalk und Josef Schregel wurden kurze Geschichten und erstmals eine Gesangsnummer und ein Sketch aufgeführt.

Den Auftakt machte Bernd Hahne, sinnvollerweise mit dem Schregel-Gedicht „Einführung“. Anni Funk erinnerte in „Dat wisse Kning“ an die skurrile Geschichte vom Tod und der „Auferstehung“ eines geliebten Kaninchens. Den erkrankten Hubert Paulus vertraten Rita Koerffer und Cornelia Schmitz bei den Gottschalk-Nummern „Appeltütt“ und „Zo schwer“. Herbert Franken widmete sich gleich zweimal der Stadt Düren, zunächst mit einer Reminiszenz an die frühe Nachkriegszeit und den Wiederaufbau der Stadt. „Dat schlemmste Übel“ ist eine böse Schwiegermutter. Das findet sogar Petrus, wie Andrea Effing berichtete.

Der erste Teil endete mit dem von Rita Koerffer und Rolf Terkatz auf Platt vorgetragenen „Loreleilied“, zu dem sie Gerd Funk auf dem Schifferklavier begleitete.

Teil zwei eröffnete Heinz Dieter Simons mit „Dä hillije Mann“, den ein Junge aus Morschenich als Nachbar aus Buir entlarvte. Was ein Routinier im Dürener Platt ist, zeigte Josef Winthagen, der das Publikum mit seinen knappen Einwürfen schon begeisterte, bevor er von den „Stiffelproblemen em Kengerjaade“ berichtete und anschließend spontan noch einen Witz nachlegte – worauf ihn das Auditorium aufforderte, gleich noch einen zu erzählen.

Währenddessen bauten Rita Koerffer und Cornelia Schmitz schon den Küchentisch für ihren Sketch „Wat kauchste hück“ auf. Auch diese beiden ebenfalls erfahrenen Akteure glänzten mit ihrem Vortrag, bei dem die eine der anderen nach und sämtliche Vorräte für die Rievkooche stibitzte. Ganz neue Fakten kamen bei der „Statistik eines 70-jährigen Lebens“ auf den Tisch. Da ging es etwa darum, wie oft man küsst, wie viel Klopapier man verbraucht, wie lange man telefoniert oder auch wie viele Darmwinde einem entfleuchen.

Ursula Fücker erzählte davon, „Wie dä Chressbohm jebrannt hät“ und vor allem, wie er unter komischsten Umständen wieder gelöscht wurde. Mit seinem zweiten „Lobleed op Düre“ schloss Herbert Franken den gesprochenen Teil, ehe die „Schweessfööss“ musikalisch weitermachten.

Der Applaus des Publikums belegt, dass der Mundartabend ausgesprochen gut angenommen wird, weshalb die Verantwortlichen schon die Fortsetzung im nächsten Jahr ankündigten.

(kel)
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