Düren: Der Umzug der Kita „Villa Winzig“ ist beschlossene Sache

Düren: Der Umzug der Kita „Villa Winzig“ ist beschlossene Sache

Der von den Eltern geschlossen abgelehnte Umzug der Kindertagesstätte „Villa Winzig“ in die Joachimschule ist beschlossene Sache. Der Stadtrat hat sich mit den Stimmen der CDU für den Vorschlag der Verwaltung entschieden, das marode und schimmelbefallene Gebäude aus dem 19. Jahrhundert nicht weiter zu sanieren.

Zumal der Stadt die Villa gar nicht gehört und sie laut Erbpachtvertrag mit dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) nur noch zwölf Jahre genutzt werden könnte. CDU und Verwaltung akzeptieren, dass damit womöglich bereits verbaute Landeszuschüsse für die Einrichtung von U3-Plätzen in Höhe von 81.000 Euro zurückgezahlt werden müssen. Auf der anderen Seite — und das zeigt der kurz vor der Stadtratssitzung fertig gewordene Kostenvergleich — spart die Stadt mit dem Umzug bis 2026 rund 175.000 Euro.

Die CDU sieht zudem die Vorteile des komplett barrierefreien Schulgebäudes, des erheblich größeren Platzangebotes im Innen- und Außenbereich sowie die Möglichkeit eines ganzheitlichen Konzepts in Form von Kooperationen zwischen Kita und Grundschule.

Anders die „Ampel“: SPD, FDP und Grüne sprachen sich in einer hitzig geführten und mit scharfen Angriffen in Richtung Verwaltung gespickten Debatte für den Erhalt der Kita „Villa Winzig“ aus — trotz des tags zuvor im Beisein der Eltern auf „Ampel“-Initiative erfolgten Ortstermins, bei dem die Baumängel am bisherigen und die geplanten Umbaumaßnahmen am neuen Standort erläutert wurden, und trotz des vorgelegten Kostenvergleichs. Da war von „grottenschlechten Vorlagen“ der Verwaltung die Rede, von einem „schlecht gemanagten Prozess“, „von aus der Luft gegriffenen Argumenten“. Bürgermeister Paul Larue und Baudezernent Paul Zündorf wiesen die Vorwürfe entschieden zurück und stellten sich schützend vor die Mitarbeiter von Gebäudemanagement und Jugendamt.

CDU-Fraktionschef Stefan Weschke kommentierte das Verhalten der „Ampel“ als Versuch, die berechtigten Wünsche der Eltern für Wahlkampfzwecke zu missbrauchen und erinnerte die Koalition an den gemeinsam beschlossenen Doppelhaushalt, der schon einen Umzug beinhaltete. Damals war die Stadt freilich noch davon ausgegangen, dass ihr das Gebäude gehört.