Der Umbau des Dürener Kaiserplatzes startet Mitte Juli

Nächstes Großprojekt in Düren : Der Kaiserplatz-Umbau startet Mitte Juli

Nach monatelanger Verzögerung steht mit dem Umbau des Kaiserplatzes das nächste Großprojekt im Rahmen des Masterplans endlich in den Startlöchern. Mitte Juli sollen die Bagger nun definitiv anrollen, erklärt Amtsleiter Heiner Wingels vom federführenden Tiefbauamt der Stadt. Geplante Bauzeit: anderthalb Jahre.

Das heißt aber auch, dass es für den Weihnachtsmarkt 2020 eng wird. In diesem Jahr weichen die Beschicker bekanntlich vors Leopold-Hoesch-Museum aus. Weil sie dort mangels Laufkundschaft aus der Innenstadt aber mit deutlichen Umsatzeinbußen rechnen müssen, sollte der Weihnachtsmarkt im kommenden Jahr zurück ans Rathaus kommen. Das aber erscheint nun fraglich. „Wir werden alles versuchen“, betont der für den Kaiserplatz-Umbau zuständige Bauleiter der Stadt, Piet Becker. Allerdings drohen im Zuge der Erdarbeiten auch noch Überraschungen in Form archäologischer Funde oder Kampfmittel, die den Baufortschritt verzögern könnten.

Die Umgestaltung des Kaiserplatzes wird auf der Südseite (Ladenzeile/Busspur) mit der Kanalsanierung und der Erneuerung von Kanalhausanschlüssen beginnen. Dafür werden die Bushaltestellen direkt vors Rathaus verlegt. „Wir werden provisorische Haltestellen aus Asphalt anlegen“, kündigt Becker an, die einen barrierefreien Einstieg in die Busse ermöglichen.

Während der gesamten Umbauphase werden die Busse nach Möglichkeit den Kaiserplatz anfahren. Nur wenn die bisherige Busspur selbst umgebaut wird, müssen die Haltestellen verlegt werden, wahrscheinlich wie bei großen Festen an die Schenkelstraße.

Wenn die Bauarbeiten auf dem Kaiserplatz Mitte Juli mit Kanalbau an der Ladenzeile/Busspur beginnen, werden die Bushaltestellen provisorisch vor das Rathaus auf den Platz selbst verlegt. Foto: ZVA/Jörg Abels

Die Kosten für das Großprojekt sind mittlerweile um gut 600.000 auf 6,15 Millionen Euro gestiegen. Ein Grund sind die Ausgaben, die der im Entwurf des Berliner Büros „Lützow 7“, das im Oktober 2016 den Gestaltungswettbewerb gewonnen hatte, vorgesehene Aufzug zur Rathaus-Hochterrasse verursachen würde. Wenn die Verschmutzungs- und Vandalismusgefahr minimiert und Konflikte mit dem Denkmalschutz vermieden werden sollen, geht das Tiefbauamt aufgrund baulicher Maßnahmen im Rathaus selbst von Kosten in Höhe von 500.000 Euro aus.

Das sei für einen Weinstand beim Weihnachtsmarkt doch wohl zu viel, betont Wingels. Er fordert daher, dass vor der Entscheidung in der Aufzugfrage ein Nutzungs- und Veranstaltungskonzept für die Hochterrasse erstellt wird. Den Berliner Planern schwebte seinerzeit ein in den Sommermonaten geöffnetes Freiluft-Café vor. Stattdessen sind derzeit nur Sitzlounges geplant.

Überhaupt hat sich bei der Detailplanung im Zuge der Ausschreibung der Bauleistungen gezeigt, dass einige Ideen aus dem Siegerentwurf nicht umsetzbar sind. Zur Erinnerung: Im westlichen Teil des Platzes (Richtung Wilhelmstraße), wo bislang bei Großveranstaltungen die Bühne stand, sollen Sitzgruppen unter Bäumen zum Verweilen und Spielen einladen, während im Bereich vor der Rathaustreppe eine sich optisch abhebende und in sich leicht geneigte Fläche entstehen soll, die mit einem integrierten Wasserspiel an einen gefalteten Papierbogen erinnert.

Drei Bühnenstandorte

Damit verbunden war eine Neuausrichtung des Bühnenstandortes. Wie sich aber herausgestellt hat, wird diese bei Konzerten nicht als Tribüne dienen können. Denn aus statischen und denkmalschutztechnischen Gründen dürfen in der Treppe die dafür erforderlichen Wellenbrecher, wie sie aus Fußballstadien bekannt sind, nicht eingebaut werden. Ohne Wellenbrecher aber müsste sie aus Sicherheitsgründen bei Konzerten gesperrt werden.

Ob damit die im Entwurf geplante Neuausrichtung des Platzes in Nord-Süd-Ausrichtung noch Sinn ergibt, wird sich zeigen müssen, betont Wingels. Man werde die beiden von „Lützow 7“ vorgeschlagenen Bühnenstandorte gegenüber der Hochterrasse – vor und hinter der Busspur– zwar auf jeden Fall mit unterirdischen Versorgungseinrichtungen ausstatten, kündigt Wingels an, aber darüber hinaus auch noch einen dritten Bühnenstandort vor der westlichen Baumgruppe in Höhe des Rathauseingangs. „Die Praxis wird dann zeigen, welcher Standort geeigneter ist“, betont Wingels.

Schließlich werden die Bushaltestellen auch andere Wartehallen bekommen als vorgesehen. Die Idee der Berliner Planer wurde wegen mangelnder Funktionalität und zu hoher Kosten verworfen.

Ursprünglich war die Stadt davon ausgegangen, dass der Umbau des Kaiserplatzes aus der Städtebau- und ÖPNV-Förderung des Landes mit 4,6 Millionen Euro bezuschusst wird. Aus Sicht der Bauverwaltung sei es durchaus realistisch, dass die Förderung angesichts der sich schon jetzt abzeichnenden Mehrkosten noch erhöht wird.

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