Düren: Der Stargast beim Summer Brass macht neue Erfahrung

Düren : Der Stargast beim Summer Brass macht neue Erfahrung

Die Blechbläser waren wieder einmal los. Am Wochenende fand das 4. Dürener „Summer Brass“-Festival in und um das Haus der Stadt herum statt. Von Freitag bis Sonntag spielten Gäste und lokale Blechbläser in diversen Konstellationen ein breites Programm.

Mit der „Brass Night“ am Freitag startete das von Düren Kultur veranstaltete Festival. Die Bläserphilharmonie Aachen und die Brass Band Düren standen zusammen mit Klarinettist Engelbert Wrobel auf der Bühne. Die Gäste aus Aachen eröffneten mit einer schwungvollen Ouvertüre „Curtain Up“ (zu Deutsch: „Vorhang auf“). Mit „Concerto for Clarinet“ von Artie Shaw, einer Komposition für Klarinette und Jazz Orchester, wurde dann Stargast Wrobel in Szene gesetzt.

Der Stargast des Festivals mit der Bläserphilharmonie Aachen: Engelbert Wrobel (stehend). Foto: Statzner

Dirigent Tobias Haussig erklärt die Stückauswahl: „Eigentlich kommt Wrobel ja aus einer ganz anderen Richtung und ist es auch nicht wirklich gewohnt, mit einer Bläserphilharmonie zu spielen“, sagt er. „Die Stückauswahl haben wir deshalb dementsprechend angepasst. Die gemeinsame Arbeit hat aber gerade wegen dieser Abwechslung sehr viel Spaß gemacht.“

Die Aachener beendeten ihren Auftritt mit einem Ausschnitt einer Symphonie zu Tolkiens Herr der Ringe Romanen.

Extra arrangiert

Nach der Pause folgte traditionell die Brass Band Düren mit Titeln wie „Hello Dolly“ von Jerry Herman und einem Tango Medley von Astor Piazolla. Wrobel erklärt, dass einige Stücke extra für dieses Konzert arrangiert wurden. „Teilweise habe ich sie mit meiner Band schon in der kleinen Besetzung gespielt“, sagt er. „Auch für mich war die Erfahrung mit dem Orchester einmal etwas ganz Anderes.“

Am Samstag teilte der in Abenden geborene Künstler seine Erfahrung dann mit anderen, bei einen der verschiedenen Workshops, die den ganzen Tag über angeboten wurden. Hier ging es dann ums improvisieren. „Wir fangen erst einmal mit drei Tönen an“, erklärt Wrobel. „Es geht darum, sie zu hören und das Gehörte dann mit einer Aktion an der Klarinette zu verknüpfen. Das ist die Basis.“

Während in den Seminarräumen geübt wurde, traten im Saal und vor dem Haus der Stadt den ganzen Tag verschiedene lokale und regionale Bläsergruppen auf. Es spielten das Musikschulorchester Mühlheim, das Große Bläserklassenorchester, die Big Band Nütheim-Schleckheim, das Junge Orchester Kreuzau, Brass für Spass, das Blasorchester Birkesdorf, Kölsche Tön mit Jumikk und die Original Eschweiler. Das Festival-Herzstück war wie schon in den vergangenen Jahren der Auftritt des Bläserhaufens.

Der Künstlerische Leiter Martin Schädlich freute sich über die erneute gute Resonanz. „Das Besondere bei uns ist denke ich, dass sich jeder aussuchen kann, was er sehen möchte“; sagt er. „Es ist viel Abwechslung geboten, und außerdem kommen lokale und regionale Künstler zusammen.“ Tatsächlich sah man immer wieder mehr oder weniger zufällig dazu gestoßene Schaulustige, die von Weitem die Musik vernommen hatten und samt voller Einkaufstüten fasziniert stehen blieben.

Wie es sich für ein Festival gehört, wurde rund um die Auftritte herum die Verköstigung im Feien in Anspruch genommen und das ein oder andere Festival T-Shirt — die gab es in diesem Jahr zum ersten Mal — erstanden. Als gemütlicher Abschluss am Samstag schauten die Teilnehmer das Deutschlandspiel auf einer großen Leinwand im Theatersaal.

Der Sonntag begann mit einem Gottesdienst in der Christuskirche mit großer Brassband und musikalischem Frühschoppen mit dem Jugendblasorchester Lendersdorf. Am Abend endete das „Düren Summer Brass 2018“ mit dem großen Galakonzert mit der Brass Band Schoonhoven und Robbert Vos.

Und wie beim Fußball gab es wieder viel Grund zum Jubeln.

(km)
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