Düren: Der Richter spricht von einem hoffnungslosen Fall

Düren: Der Richter spricht von einem hoffnungslosen Fall

Der Staatsanwalt brauchte einige Zeit, um die Anklagepunkte gegen einen 30-Jährigen aufzulisten. Gewerbsmäßiger Betrug in acht und das Fälschen erheblicher Daten in 33 Fällen wurden dem Angeklagten vorgeworfen, der sich in allen Punkten geständig zeigte. Drei Jahre Haft ohne Bewährung lautete das Urteil.

„Reinen Tisch” wolle er machen, hatte der ausgebildete Rettungssanitäter angekündigt. Eine Aussage, die die Prozessbeteiligten nach einem Blick ins Strafregister mit Skepsis begleiteten.

Viele Jahre hatte der Angeklagte schon im Gefängnis verbracht, immer wegen Betrugsvergehen. So wurde er auch am Dienstag aus der Strafhaft vorgeführt. Erst vor wenigen Monaten war er erneut zu zehn Monaten ohne Bewährung verurteilt worden. Diese Strafe ging nun ins Urteil ein. Zwei Jahre ohne Bewährung wegen Betrugs und ein Jahr wegen Unterschriftfälschungen waren die Konsequenz aus seinem Verhalten, als er als Fahrer eines Paketdienstes zwar Sachen auslieferte, aber 33 Pakete mit nach Hause nahm. „Ordnungsgemäß” von ihm selbst quittiert.

Zudem hatte der Familienvater eine Vielzahl von Waren auf Kredit geordert, doch die Raten nicht bezahlt. Weit über 100 Betrugsfälle gehen in seiner kriminellen Laufbahn auf sein Konto, mit einem Schaden von mehreren tausend Euro. Auch eine Strafe aus einem dieser Verfahren hat er noch vor der Brust: zwei Jahre und zehn Monate.

„Wir werden uns vor Gericht nicht mehr wiedersehen”, meinte daher Richter Hans Georg Wingen, „denn wenn sie aus dem Gefängnis kommen, bin ich in Pension.” Ebenso wie eine Schulklasse, die den Prozess verfolgte, glaubt er nicht an eine Läuterung des Angeklagten. Das Urteil des Richters: „Ein hoffnungsloser Fall”.