Kreis Düren: Der Krankenhaus-Betreiber ctw sucht mögliche Partner

Kreis Düren: Der Krankenhaus-Betreiber ctw sucht mögliche Partner

Die Caritas Trägergesellschaft West (ctw) geht auf Partnersuche. Gemeinsam mit einer Unternehmensberatung will man eigene Organisationsstrukturen überprüfen und dem „Trend zur Verbundbildung“ in der Gesundheitswirtschaft gerecht werden.

In einem Brief, den die beiden Geschäftsführer Bernd Koch und Stephan Prinz an Mitarbeiter in Führungspositionen verschickt haben, wird explizit „das Ausschauhalten nach möglichen Partnern“ als eine Anforderung, die es zu erfüllen gelte, erwähnt. Das ist aber nur eine Anforderung. „Wir wollen wissen, wie wir aufgestellt sind, wie man pflegerisch und medizinisch besser werden kann“, erklärt Stephan Prinz.

x Foto: ctw

Fünf Krankenhäuser betreibt die ctw, an einem weiteren ist sie beteiligt. Finanziell steht der Krankenhausträger gut da. Die Häuser in Lendersdorf, Birkesdorf, Jülich und Linnich mit insgesamt 3000 Beschäftigten haben Ende 2016 für ein Jahresergebnis von 6,5 Millionen Euro gesorgt. Dennoch sprechen Koch und Prinz in dem Schreiben an die Mitarbeiter von „aktuellen Herausforderungen auch an einzelnen Standorten unseres Konzerns“, die „strategische Handlungsoptionen für die erfolgreiche Weiterentwicklung der ctw“ notwendig machen würden. Von einem „zunehmenden wirtschaftlichen Druck“ ist die Rede.

Prinz Koch, Geschäftsführer der Caritas Trägergesellschaft West. Foto: ctw

„Wir wollen die Standorte und die Arbeitsplätze sichern“, sagt Prinz, der sich ausdrücklich zur wohnortnahen Versorgung der Patienten bekennt. Einzelne Schritte auf dem Weg zu einer neuen Struktur hat die ctw im Nordkreis bereits vollzogen. Die Krankenhäuser in Jülich und Linnich firmieren seit 2017 als katholische Nordkreiskliniken. „Zwei kleinere Standorte so zusammenzuschließen, dass Synergien gebündelt werden, lag auf der Hand“, erklärt Prinz.

Eine Idee dahinter: Mitarbeiter können flexibler eingesetzt, Bedarfe ausgeglichen, bei der Aus- und Weiterbildung Synergien genutzt werden. „Für uns ist das auch die Manifestation des Fortführungswillens. Wir stehen zu beiden Standorten“, stellt Prinz deutlich klar, dass bei der Suche nach Verbündeten und der Überprüfung der eigenen Organisationsstruktur am Ende nicht das Ziel stehe, eine der vier Einrichtungen im Kreis Düren aufzugeben.

Für Transparenz sorgen

Noch in diesem Jahr soll die Analyse der Unternehmensberatung vorgelegt werden. Bei der Suche nach einem strategischen Partner gibt es eine klare Maßgabe: er soll, so formuliert es die Geschäftsführung, „mit den eigenen kulturellen Gegebenheiten zusammenpassen“. Dementsprechend kommt nur ein katholischer Träger infrage. Einen Wettbewerber zum Bündnispartner zu machen, ist die Zielsetzung. Stephan Prinz und Bernd Koch erklären den Spagat, der ihnen abgefordert wird so: Auf der einen Seite werde Versorgung auf höchstem medizinischen Niveau bei wohnortnaher Versorgung erwartet, auf der anderen Seite stünden der Kostendruck und ein intensiver Wettbewerb.

Wie man dem — gestärkt im Bündnis mit einem Mitbewerber — künftig begegnen kann, soll das Ziel der Untersuchung durch die Unternehmensberatung sein. Die Ergebnisse, versichert Prinz, wolle man dann auch mit den Mitarbeitern besprechen und für Transparenz sorgen. Was am Ende dieses strategischen Entwicklungsprozesses stehen wird, kann Prinz derzeit noch nicht sagen.

Vielleicht kann man aber einen Trend aus dem ablesen, was im Kleinen mit den beiden Nordkreiskliniken funktioniert: standortübergreifendes Arbeiten wird Schule machen, die weitere Spezialisierung auf Fachgebiete, vielleicht auch die stärkere Kooperation mit lokalen Partnern, um gemeinsam Diagnostik anzubieten und voneinander zu profitieren, um Kosten kalkulierbarer zu machen.

„Wir loten Chancen aus“, betont Prinz, der sich mit der ctw weder auf Brautschau sieht, noch den Eindruck hat, dass die ctw durch die Unternehmensberatung „aufgehübscht“ werden soll. Eher das Gegenteil ist der Fall: „Ich finde uns schon ganz hübsch“, sagt der Geschäftsführer.