Wetterrückblick: Der große Regen kommt nach zehn Monaten

Wetterrückblick : Der große Regen kommt nach zehn Monaten

Nach zehn Monaten Trockenheit brachte der Dezember den langersehnten Regen, und damit wurde das große Regendefizit des Jahres etwas ausgeglichen. Zahlreiche atlantische Tiefs machten den letzten Monat des Jahres zu einem der nassesten und mildesten der vergangenen 30 Jahre.

Längere trockene und kalte Perioden wegen Hochdruckeinflusses fehlten fast gänzlich.

Im Kreis Düren waren besonders das erste Monatsdrittel und der Zeitraum vom 20. bis 23. Dezember sehr nass. Die Pegel der Eifeltalsperren stiegen langsam wieder an, und einige Flüsse führten zu Weihnachten Hochwasser. In 24 Stunden fielen am Tag vor dem Heiligen Abend verbreitet 15 bis 25 Liter pro Quadratmeter (l/qm), in der Nordeifel auch 40 l/qm.

Schneedeckentage waren – passend zu diesem warmen Monat – eine Ausnahme. Am 16. Dezember wurde es mit ein bis drei Zentimetern sogar weiß bis in Flachland (Weisweiler und Hergarten drei Zentimeter), oberhalb von 500 Meter rund um Monschau waren es auch rodeltaugliche fünf bis acht Zentimeter.

Beim Blick auf die Niederschläge und dem Vergleich zum langjährigen Mittel (1981 bis 2010) ergeben sich Abweichungen von 130 bis 200 Prozent, daher hier eine Auswahl von Niederschlägen: Vettweiß 77 l/qm, Kermeter 78 l, Hoven 82 l, Nörvenich 84 l, Hambach 87 l, Zülpich und Düren 92 l, Drove 99 l, Vlatten 101 l, Langerwehe und Hergarten 117 l, Heimbach 119 l, Hasenfeld 124 l, Brandenberg 130 l, Schmidt 136 l und Vossenack 157 l/qm.

Nach monatelanger Flaute profitierten die Windradbetreiber im Dezember endlich von Tiefdruckgebieten und ihren Windfeldern. Am heftigsten wehte es kurz vor Weihnachten (21. Dezember) mit Windspitzen von 86 Kilometer pro Stunde (km/h) in Nörvenich, 83 km/h in Langerwehe, 80 km/h in Düren, 75 km/h in Hasenfeld, 71 km/h in Brandenberg und 63 km/h in der Tallage von Heimbach.

Viele Regenwolken gestalteten den Monat insgesamt Grau in Grau. Bei tiefstehender Sonne schafften die Tallagen nur 25 Stunden Sonnenschein (Heimbach). Im Lee der Eifel gab es dagegen immer wieder kurze Auflockerungen und somit stieg die Sonnenstundenzahl in Drove auf 76 Stunden, in Vettweiß auf 57, in Langerwehe auf 56, in Düren auf 54 und in Schmidt auf 44 Stunden.

Milde Luft vom Atlantik und von der Nordsee schufen die Voraussetzungen für den neunten zu warmen Monat in Folge, davon betroffen waren auch die Weihnachtstage.

Beim Blick auf die Mitteltemperaturen fällt eine positive Abweichung von 1,5 bis 2,5 Grad auf. Die Höhengebiete schafften einen Durchschnittswert von 3,5 Grad auf dem Kermeter, 4,1 in Vossenack und 4,8 in Schmidt. Unterhalb von 500 MeternSeehöhe waren es 5,1 (Heimbach) bis 5,7° (Düren).

Die höchsten Temperaturen kamen in die Nähe des absoluten Dezember-Rekordes (17,4 am 16. Dezember 1989 in Jülich). Im Raum Vettweiß wurden 15,4 Grad gemessen, in Hoven 15,2, in Düren 14,9 und in Nörvenich 14,7. Die niedrigsten Werte wurden verbreitet am zweiten Weihnachtstag gemessen. Mit -4 bis -6 Grad blieben die Tiefstwerte aber noch moderat, so dass die Sommerpflanzen auf den Terrassen keinerlei Schaden nahmen. Die niedrigste Erdbodentemperatur von -8,3 Grad aus Düren ist kaum der Rede wert, im Dezember sind schon -20° im Rurtal gemessen worden. Auch die Zahl der Frosttage blieb im Rahmen der Mittelwerte, meist wurden zehn bis zwölf gemessen.

(kjl)
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