Merzenich: Der Fall Burgstraße: Es geht in die nächste Runde

Merzenich: Der Fall Burgstraße: Es geht in die nächste Runde

Dem Bürgermeister platzte der Kragen: „Seit fünf Jahren doktern wir hier herum; ich bin es leid, mich weiter damit zu beschäftigen.“

Was Peter Harzheim in der jüngsten Gemeinderatssitzung so in Rage brachte, ist im Merzenicher Rat inzwischen ein „Dauerbrenner“: Die städtebauliche Entwicklung im Nordwesten Merzenichs im Bereich Rather Straße und Burgstraße. Um es deutlich zu formulieren: Ein Investor will im zusätzlich zum Seniorenhaus Marienhof und der Wohnanlage für Senioren weitere Seniorenwohnungen bauen.

Die Meinungen zu diesen Plänen, so haben die Diskussionen in den vergangenen fünf Jahren ergeben, sind geteilt. „Sie haben jetzt die einmalige Chance. Ein Landverkäufer ist da und ein Investor“, warb Bürgermeister Harzheim für seinen Vorstoß, in einem sogenannten Parallelverfahren den Flächennutzungsplan zu ändern und gleichzeitig einen Bebauungsplan aufzustellen. „Den Senioren brennt es unter den Nägeln. Die Nachfrage nach barrierefreien Wohnungen ist groß“, stützte Harzheim sein Vorhaben.

Bei der SPD stoßen die Pläne des Bürgermeisters auf Widerstand. „Die Fläche ist zu klein“, meinte SPD-Fraktionssprecher Wilfried Gooßens und kam mit einem anderen Vorschlag. Die Gemeinde sollte diese drei Parzellen und weiteren Grund kaufen „und dann ein wohnungsbauliches Gesamtkonzept entwickeln“, sagte Gooßens weiter. Dieser und auch andere Vorschläge „bringen uns nicht weiter“, konterte der Bürgermeister. Harzheim stellte klar, dass die Verwaltung eine Aufgabe dieser Art nicht leisten könne. Die Abstimmung wurde zu einer deutlichen Niederlage für den Bürgermeister: Mit 17 zu sechs Stimmen wurde Harzheims Vorstoß abgelehnt.

„Sie sind nicht bereit, den Grundstein zu legen“, kommentierte Harzheim den Ratsbeschluss. Mildere Töne schlug CDU-Fraktionschefin Dr. Maria Schoeller an. Sie schlug vor, die Angelegenheit einmal mehr in den Fachausschüssen zu behandeln.

Bei der Gegenstimme des Bürgermeisters und zwei Enthaltungen geht es in die nächste Runde.

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