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Nörvenicher Mofarennen: Der Duft der Zweitakter liegt über dem Acker

Nörvenicher Mofarennen : Der Duft der Zweitakter liegt über dem Acker

„Ladies and gentlemen, start your engines!“ Kaum hatte Nörvenichs Bürgermeister Timo Czech die Teilnehmer des zweiten Nörvenicher Mofarennens mit dem Spruch des legendären Motorsportklassikers „Indy 500“ aufgefordert, die röhrenden Motoren zu starten, legte sich auch der Benzin-Öl-Duft der Zweitakter über den zum Rennkurs umgestalteten Acker.

Mit bis zu 50 Stundenkilometern rasten die Fahrer der 46 Teams über den gut einen Kilometer langen Rundkurs. „Schneller ist nicht erlaubt“, erklärte der 50-jährige Markus Franzen aus Nörvenich, der mit den Söhnen seiner Freunde, Marco Heiden aus Gürzenich und Mirco Nowicki aus Nörvenich, das VTG-Team bildet. „Vom Teufel gejagt“ — so der volle Name, könnte ihre aufgemotzte Hercules Prima GT auch 100 Sachen auf die Bahn bringen, erklärt Franzen.

Während für die „Vom Teufel gejagten“ in der Tuning-Klasse der sportliche Wettkampf — „Unser Ziel ist mindestens Platz sieben wie im Vorjahr“ — im Mittelpunkt stand, war es bei vielen anderen der Spaßfaktor. So bei den „Mofa-Rockern“ der KG „Fidele Jonge“ um Nörvenichs amtierenden Prinzen Ludwig I. Berau. Jeck, wie Karnevalisten sind, hatten zehn „Jonge“ Geld in einen Topf geworfen, eine Prima 5s, Baujahr 1983, gekauft, um in der Originalklasse starten zu können, in der nur der Motor ein wenig aufgepeppt werden darf. In der Tuning-Klasse erinnern die Mofas hingegen mehr an kleine Moto-Cross-Maschinen.

In beiden Klassen steht die Sicherheit im Vordergrund. Vor dem ersten Training nahmen die Organisatoren vom ausrichtenden MSC Nörvenich die Bremsen genau unter die Lupe. „Jedes Mofa muss auch über einen Notausschalter verfügen, erklärte Arkadius Nelischer, sollte der Fahrer einmal stürzen.

Eine abgesprungene Kette konnte direkt auf der Strecke behoben repariert werden. Foto: Abels

Nelischer und Paul Haak hatten die Idee zu dem Rennen, das bei der zweiten Auflage noch einmal mehr Zuschauer anlockte. Mit zahlreichen Helfern hatten sie in den vergangenen beiden Wochen abgeerntete Felder des Birkenhofes von Landwirt Werner Kremer in eine Rennstrecke mit Fahrerlager, Partymeile und Parkplätzen verwandelt. Selbst aus Rheinland-Pfalz und der Nähe von Stuttgart waren Teams angereist, um am zweimal-Zwei-Stunden-Rennen teilzunehmen. Sieger war, wer in dieser Zeit die meisten Runden absolviert hatte.

Dabei betont Nelischer den familiären Charakter der Veranstaltung. „Jeder hilft jedem, wenn einmal ein Ersatzteil benötigt wird.“ Nicht mehr geholfen werden konnte am Samstag aber dem Team Hm-Moto aus Buir. Der Vorjahressieger schied mit defekter Kurbelwelle ebenso vorzeitig aus wie die „Vom Teufel gejagten“, die nach 3:18 Stunden die Segel streichen mussten.

Der Sieg in der Tuning-Klasse und der damit verbundene Wanderpokal ging am Ende an das Team MRC Galenberg aus Rheinland-Pfalz, dem aufgrund seiner unfairen Fahrweise von der Rennleitung zwar zwei Runden gestrichen wurden, das aber dennoch mit 130 Runden auf dem gut 1000 Meter langen und anspruchsvoll kurvigen Kurs knapp die Nase vorn hatte.

Beim Team „Vom Teufel gejagt“ half nach einem Defekt auch kein Schrauben mehr. Ein Schicksal, das sie mit dem Vorjahressieger teilten. Foto: Abels

Die „Män im Dreck“ des MSC Nörvenich verpassten als Vierte das Podium nur knapp. Und wie schlugen sich die „Mofa-Rocker“ der KG? Sie belegten in der Original-Klasse einen beachtlichen 8. Platz, acht Runden hinter dem Sieger-Team aus Neuss.

Nach einer ausgelassenen „After-Race-Party“ zog Arkadius Nelischer ein zufriedenes Fazit. „Es war einfach nur spitze. Wir werden im kommenden Jahr auf jeden Fall wieder ein Rennen veranstalten.“