Wahl-Dürener: Der „Dalí von Düren“ wird 80

Wahl-Dürener : Der „Dalí von Düren“ wird 80

Heinz Cremer aus Birkesdorf hat mit sechs Jahren angefangen zu malen und sich seit 1972 dem Surrealismus verschrieben. Er hat seine Bilder schon bei Ausstellungen in ganz Europa gezeigt. Ende Oktober wird der Wahl-Dürener 80 Jahre alt.

Die komplette Wohnung von Heinz Cremer in Birkesdorf hängt voller Bilder. Ölgemälde, aber auch Bleistiftzeichnungen, die der 79-Jährige alle selbst geschaffen hat. Zwar ist die Malerei Heinz Cremers Hobby, trotzdem ist der Dekorateur alles andere als ein Hobby-Maler. Seit Anfang der 1970er Jahre beschäftigt sich Cremer intensiv mit dem Surrealismus, der berühmte Spanier Salvador Dalí ist sein großes Vorbild. „Dalí“, sagt Cremer, „ist mein Meister. Der ganze Stil, bei dem es in erster Linie darum geht, Tag- und Nachtträume vielseitig ins Bild zu setzen, gefällt mir einfach. Gegenwart und Zukunft vereinen sich zu einer visionären Komposition. Ich hoffe sehr, dass meine Traumbilder den Betrachter zum Nachdenken anregen.“

Ausstellungen weltweit

Cremer entwickelt für seine teils großformatigen Bilder eigene Motive. „Ich male nicht von Salvado Dalí ab“, sagt er. „Ich nutze nur den gleichen Stil wie er.“ Kein Wunder, dass er ziemlich schnell der „Dalí von Düren“ genannt wurde. Die Motive des Birkesdorfers sind fantasievoll, er malt geheimnisvolle Figuren, surreale Landschaften, aber auch Tiere, beispielsweise Delfine.

Seit seiner ersten Ausstellung als zehnjähriger Steppke – „Damals habe ich Kinder-Landschaftsbilder gemalt. Eben so wie alle Kinder das tun“ – in seiner Heimatkirche in Köln hat Cremer seine Bilder in ganz Europa gezeigt. Es gab Ausstellungen im Dürener Leopold-Hoesch-Museujm, aber auch in Aachen, Düsseldorf, Lüttich und verschiedenen französischen Städten. Mehr als zwei Jahrzehnte hat er regelmäßig in Paris ausgestellt. In Revin, einer französischen Kleinstadt an der belgischen Grenze, ist er 1996 mit dem ersten Preis des dortigen Surrealismus-Wettbewerbes ausgezeichnet worden. Ein Jahr später wurde Cremer Vizepräsident der Galerie d’Art in Revin.

Mehr als 1000 Bilder

Wie viele Bilder er in seinem Leben schon gemalt hat, hat Cremer nie gezählt. Er ist sich aber sicher, dass es weit mehr als 1000 sein müssen. „Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht in mein Atelier gehe und male. Ich brauche das einfach.“ Wie lange Cremer für ein Gemälde braucht, ist sehr unterschiedlich. „Das hängt vom Motiv, aber vor allem auch von der Größe des Bildes ab“, erklärt der Künstler. „Ich habe einmal ein Bild gemalt, das 1,30 mal 1,60 Meter groß ist. Bis das fertig war, hat fast neun Monate gedauert.“

Cremers jüngste Ausstellung wurde im vergangenen Jahr in der Stadtbücherei gezeigt. Anlässlich seines runden Geburtstages am Reformationstag hat er keine neue Schau in seiner Heimatstadt geplant. „Jedes Jahr eine Ausstellung zu organisieren und dann auch zu veranstalten, ist viel zu aufwendig“. sagt er. „Meinen 80. Geburtstag möchte ich mit meiner Familie und mit Freunden ganz gemütlich feiern.“