Vettweiß: Der Bau der Biogasanlage in Vettweiß verzögert sich

Vettweiß: Der Bau der Biogasanlage in Vettweiß verzögert sich

Eigentlich sollte die Biogasanlage noch in diesem Jahr ans Netz gehen. Ein Investitionsvolumen von sieben Millionen Euro hat der Projektentwickler, die Firma Bioconstruct aus Melle, für die Zwei-Megawatt-Anlage veranschlagt.

Betreiber ist die „Agrarenergie Vettweiß”, die wiederum zu je einem Drittel von der Bioconstruct, von Landwirten und einem in Köln ansässigen Energieunternehmen getragen werden sollte. Mit 45 Landwirten seien bereits Zehnjahresverträge zur Belieferung mit Mais abgeschlossen worden, hieß es im September 2009. Soweit die Planungen. Doch der auf dem Markt rapide gesunkene Preis für Gas lässt den Zeitplan deutlich in Verzug geraten.

„Wir suchen einen Gasabnehmer”, sagte Projektentwickler Daniel Tönsing von der Bioconstruct der DZ. Das Kölner Energieunternehmen sitze „nicht mehr fest im Boot” der Agarenergie Vettweiß. Der Grund: Russisches Gas sei derzeit billig. Billiger als das Methangas auch einer Biogasanlage in Vettweiß. Das Unternehmen habe dennoch „großes Interesse” an dem Projekt in Vettweiß. „Die Verhandlungen laufen”, sagte Tönsing. Er rechne damit, dass die Anlage im kommenden Jahr den Betrieb aufnehmen wird. Aussagen wie die vom Vettweißer Ortslandwirt Franz Erasmi, der Bau müsse womöglich abgespeckt werden, möchte Tönsing nicht kommentieren. Er verweist diese Aussagen in „das Reich der Gerüchte”.

„Die Landwirte stehen bereit”, sagte Franz Erasmi, der sich für das Projekt in der Gemeinde starkgemacht hatte. Für den späteren Betrieb braucht die Anlage schätzungsweise 30000 Tonnen Mais im Jahr, die auf 600 Hektar Ackerfläche angebaut werden. Bereits 2009 wurde Mais daher von Landwirten siliert. Ein Problem, den zunächst nicht benötigten Futtermais auf dem Markt loszuschlagen, sieht Erasmi angesichts der Nachfragesituation nicht. Dürre, geringe Ernten und Naturkatastrophen würden weltweit die Preise treiben.