Düttling: Der Adler bringt dem Brautpaar die Ringe

Düttling: Der Adler bringt dem Brautpaar die Ringe

Es kokelt und schwelt bald wieder im Wald bei Düttling. Zwischen alten Eichen frönen ab Mitte Mai drei Männer in der Nähe des Heimbacher Stadtteils wieder dem alten Handwerk des Köhlers.

Zum zweiten Mal schichtet Gerd Linden mit seinen Söhnen Markus und Daniel rund 100 Raummeter Buchenholz zu einem Meiler auf.

2008 nahmen der Ortsvorsteher von Hergarten und Düttling und seine Buben zum ersten Mal einen Holzkohlemeiler am Rand des Nationalparks in Betrieb. Unzählige Besucher fanden ihren Weg zum rund 2,80 Meter hohen und im Durchmesser 13 Meter breiten Meiler des Landwirtschaftsmeisters im Freilichtmuseum Kommern. Zehn Jahre hatte Gerd Linden mit dem Gedanken gespielt, einen Meiler kontrolliert abbrennen zu lassen.

100 Raummeter Buchenholz

Nur ein Jahr dauerte es, bis Linden und seine Söhne wieder rund 100 Raummeter Buchenholz aus zwei Eifeler Waldstücken holten, in ein Meter lange Stücke schnitten und spalteten. Noch lagert des Holz auf Lindens Grundstück. Am Dienstag, 18. Mai, beginnen Vater und Söhne mit dem Aufbau des Meilers. Vier Tage dauert die schweißtreibende Arbeit, ehe am Samstag, 23. Mai, der Kölner Regierungspräsident Hans-Peter Lindlar den Meiler anzünden wird.

Das Feuer wird in einem Staffellauf von Mechernich-Denrath nach Düttling gebracht. „2008 wollten wir es am Olympischen Feuer entzünden. Das scheiterte aber leider”, erinnert sich Linden. Doch wenn die Sonne mitspielt, will ein Wirt in dem kleinen Mechernicher Ortsteil mit einem Parabolspiegel das Feuer entzünden. Dann werden 25 Staffelläufer - von Fußball-Weltmeisterin Silke Rottenburg über Heimbachs Bürgermeister Bert Züll bis zu Dürens Landrat Wolfgang Spelthahn - das Feuer die rund sieben Kilometer lange Strecke zum Meiler tragen.

Der Weißkopfadler, der vor zwei Jahren das Feuer brachte, bekommt in diesem Jahr eine andere Aufgabe zugewiesen: „Er bringt den Brautpaaren, die sich am Meiler trauen lassen, die Ringe”, schmunzelt Linden. Mut ist schon ein wenig nötig, landet der mächtige Vogel mit dem Geschenk doch auf einem Arm des Bräutigams oder der Braut. Weniger mutig müssen Schüler sein: Bereits 500 Jungen und Mädchen aus verschiedenen Schulen in den Kreisen Düren und Euskirchen haben sich angemeldet, um sich über die historische Holzkohleherstellung zu informieren. Weitere Klassen können sich noch anmelden.

Ab Dienstag, 2. Juni, kokelt und schwelt es nicht mehr im Wald bei Düttling. Die letzte Holzkohle ist dann in Säcke verpackt. Und zum letzten Mal schrubben sich Linden und Söhne den Ruß aus Gesicht und von Händen und Armen.