Düren: „Dennis aus Hürth“ begeistert in der Arena

Düren: „Dennis aus Hürth“ begeistert in der Arena

Träfe man ihn auf der Straße, wäre wohl eher gemäßigte Aufmerksamkeit die Reaktion. Der bräunliche Teint im Gesicht endet abrupt hinter den von blinkenden Ohrsteckern durchbohrten Ohren, und die helle Jeans ist in die hochgezogenen weißen Adidas-Socken gestopft. Doch kommt er in die Arena Kreis Düren, strömen die Leute nur so zu ihm.

So geschehen am Donnerstagabend. Da reiste der aus dem Comedy-Programm von „1live“ und „Prosieben“ bekannte Dennis, Schüler der Pierre Littbarski Berufsschule, mit seinem Programm „Leider nein — leider gar nicht“ aus Hürth an.

Hinter dem manchmal etwas unbeholfenen, in seiner pubertären Hochphase aufblühenden Berufsschüler verbirgt sich Martin Klempnow, bekanntes Gesicht aus der „Schillerstraße“ und „Switch Reloaded“. Der 41-jährige Kölner brilliert in der Rolle des aufmüpfigen Halbstarken, der eher humpelnd in der deutschen Sprachlandschaft unterwegs ist und immer wieder über Wörter stolpert.

Gerade das aber macht ihn so liebenswert, versteht sich Dennis doch als gereiften Mann, der den Frauen gefallen, sie beeindrucken möchte. Und auch gegenüber den Lehrern, „die, weißt du so, keinen Respekt so vor uns haben“, sein Alpha-Tier-Gehabe zu behaupten versucht: Durch Klempnow bekommt die Figur etwas kindliches, wenn Dennis über seine tägliche Portion Curryking redet oder von seinen Playstation-Spielen erzählt und dabei in Gelächter über Riberys Laufstiel oder Manuel Neuers ballerinaartiger Abstoßtechnik versinkt.

An diesen Stellen sticht immer wieder Klempnow herausragendes schauspielerische Geschick hervor. Mit einem Fingerschnips verwandelt er sich vollkommen, verstellt Stimme, Mimik, ändert die Gestik. Dadurch schafft er eine so enorme Präsenz und Intensität auf der Bühne, dass gar nicht auffällt: Die einzige Unterstützung auf der Bühne ist ein Holzkasten. Dem Komedien gelingt es durch seine Figur auch, Lächerlichkeiten der deutschen Fernsehlandschaft aufzuzeigen, Schauspieler zu karikieren.

Auch sucht Dennis den Kontakt zum Publikum, grüßt dabei eine Zuschauerin als seine Freundin Nadine oder beglückwünscht einem zur Entlassung aus dem Gefängnis. Dem Publikum gefällt das zu jeder Minute, es gibt kaum einen Moment der Zähe. Nur in kurzen Phasen verliert Klempnow seine Rolle des Dennis, dann scheint plötzlich der Gestus abzufallen. In der Gesamtheit allerdings schmälert das die rund zweistündige Leistung der Alleinunterhaltung keineswegs.

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