Düren: Den Überfluss in Gold gegossen

Düren: Den Überfluss in Gold gegossen

Im Foyer des Dürener Bürgerbüros steht mittig ein Tisch, und auf diesem Tisch liegen drei Kugeln unterschiedlicher Größe und Konsistenz. Die „rostigen” Kugeln, so erläutert ihr Schöpfer, der Birkesdorfer Zeichner, Maler und Bildhauer Manfred Kranz, symbolisieren Hochöfen.

Der erste Hochofen - Gold quillt üppig aus seinem Scheitel - zeigt die Zeit des Überflusses. Der zweite Kugel-Hochofen ist geschrumpft, und durch seine Risse ist nur noch wenig Gold zu erkennen. Die Wände des dritten Hochofens sind zusammengefallen, bilden einen Scherbenhaufen. Als Material hat der Bildhauer Ton mit Eisenoxyd gemischt. Blattgold stellt den vergehenden Überfluss dar.

„Manfred Kranz will mit seinem Werk provozieren”, führte die „Präsidentin des Europäischen Zentralverbandes Bildender Künstler und Literaten (EZBKL)”, Gabriele C. Berndt, in ihrer Laudatio in das Werk des Ausstellers ein. Er beleuchte die Kultur der Wirtschaft und des Wirtschaftens und führe sie zum Minimalismus. Kranz mahnt die Verantwortlichen, und das sind im Grunde die meisten Menschen, sich auf das Wesentliche zu besinnen und allen Tand wegzulassen. Der Bildhauer stellt nur dieses eine Werk aus und provoziert die vielen Gäste, die sich vergeblich nach weiteren Skulpturen umsehen. Auch sein Werk ist eben minimalistisch.

Peter Esser, Vorsitzender des Kunst- und Museumsvereins Nideggen, blätterte vor der illustren Gästeschar im Bürgerbüro in der Biografie des Künstlers. „Manfred Kranz ist einfach ehrlich”, sagte Esser, „aber eine Schwäche hat er: Er kann nicht nein sagen.”

Begrüßt wurden die Gäste von Vizebürgermeister Hubert Cremer. Ihren Weg gefunden ins Bürgerbüro hatten auch einige Mitglieder und Fraktionsvorsitzende des Dürener Stadtrats.

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