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D´horn: Den Narren ist das Lachen vergangen

D´horn : Den Narren ist das Lachen vergangen

„Uns bringt man nur noch die Leichen!” Alles andere als närrisch ist vielen D´hornern zumute. Auch das Lachen ist den Jecken im Ort längst vergangen. Und dies, obwohl Kinderprinzessin Alexandra (Düren) aus dem Ort kommt...

Grund: Wieder einmal sind sie vom sonntäglichen Karnevalszug ausgeschlossen. Nicht mal als so genanntes fünftes Rad am Prinzenwagen sehen sie sich mehr.

Auch Ortsvorsteher Heinrich Göbbels versteht die Narrenwelt in der „Herrschaft” nicht: „Ich kann das nicht nachvollziehen!”

Ausgelöst hat den Unmut in der Ortschaft der Beschluss des Vorstandes der Interessengemeinschaft der Vereine der Pfarre D´horn, den närrischen Lindwurm zu kappen und D´horn fortan links liegen zu lassen. Die Karnevalsgesellschaft „Kreechelberger Funken” hatte nichts dagegen...

Zu lang und zu kalt

„Die Freiflächen zwischen Schlich und D´horn sind sehr groß. Und wenn es bitterkalt ist in der Karnevalszeit, dann steht dort niemand am Zugweg”, begründet IG-Vorsitzender Gottfried Reuter den Beschluss. „Wir haben mehr Stimmung am Rand, wenn wir konzentriert durch Schlich gehen.” Zudem sei der bisherige Zugweg in dieser Jahreszeit für die teilnehmenden Kinder zu lang.

Diese Änderung sei allgemeiner Wunsch der Versammlung gewesen. „Nicht nur von den Karnevalisten!” Auch die Musik treibenden Vereine hätten sich dem nahtlos angeschlossen.

„Wenn auf 500 m nur fünf Leute stehen, dann macht das wirklich keinen Spaß”, stößt Jochen Korf, Präsident der „Kreechelberger”, ins gleiche Horn. Auf dem freien Feld seien die Zugteilnehmer sehr dem Wetter ausgesetzt.

„Wenn auf einem kürzeren Zugweg viel mehr Leute am Rand stehen, ist das für alle attraktiver.” Der neue Weg nur noch durch Schlich sei angenehmer und besser zu gehen. „Und schließlich ist Merode ja auch nicht mehr dabei”, versteht Korf die Aufregung in D´horn nicht.

Das sehen Ortsvorsteher und D´horner Narren anders: „Wir alle sind die Pfarre D´horn. Schützen und Maigesellschaft schließen unseren Ort ja auch nicht aus”, erbost sich nicht nur Renate Reinartz. „Die Dorfgemeinschaft kann nur funktionieren, wenn alle an den Bräuchen festhalten.”

Die „Kreechelberger” hätten sich mit dem früheren Wirt überworfen, zögen dort auch nicht mehr vorbei und hätten sich dafür nun ihr eigenes Zelt aufgebaut. Dort ließen sie den Zug nun enden, damit alle das Zelt füllen.

„Wenn die uns nicht mehr nötig haben, dann gehen wir auch nicht ins Zelt”, heißt es in Ort. Und so werden in D´horn bereits Überlegungen laut, einen eigenen Lindwurm auf die Welt zu bringen...