Gey: Debatte über Zukunft der Mehrzweckhalle losgetreten

Gey : Debatte über Zukunft der Mehrzweckhalle losgetreten

Paul Bolz geht es voll und ganz um „das Miteinander, nicht das Gegeneinander“, wie er sagt. Schließlich ist er der Ortsvorsteher von Gey, recht neu im Amt, und grundsätzlich sind Ungereimtheiten im Ort nicht wirklich förderlich. Ein bisschen Unruhe war jetzt aber im Dorf zu spüren, sagen Bolz, Stefan Grießhaber von der Gemeinde Hürtgenwald und der Graffiti-Künstler Stephan Schlepütz. Auslöser war unser Artikel über die Zukunft der Mehrzweckhalle.

Darin standen Passagen aus einem mehr als 20-seitigen Dokument, mit dem 14 Ortsvereine und Einrichtungen die Probleme des Gebäudes aufzeigen und Vorschläge für dessen Sanierung und zukünftige Nutzung machen.

Mit Treffs nichts am Hut

Zu den Problemen zählen unter anderem die anliegende Skater-Anlage, ein Pavillon vor der Halle, der als Szenetreff und für Drogenkonsum genutzt werde, und die von Graffiti besprühte obere Außenfassade. So steht es in dem Dokument. Stephan Schlepütz fühlt sich massiv auf den Schlips getreten, weil der Eindruck entstanden sei, dass seine Sprayer-Gruppe, die eine Außenseite der Mehrzweckhalle legal besprühen darf, zu einem großen Teil verantwortlich sei. Dem widerspricht er: „Die Probleme beziehen sich auf Auswärtige, die sich hier treffen“, betont Schlepütz.

Die Graffiti an der oberen Fassade, die schon Jahre alt seien, hätte seine Gruppe nicht gesprüht. Und auch mit den Treffs, die auf dem Platz vor der Halle mit Drogenkonsum stattfinden würden, hätte die Gruppe von 30- bis 60-Jährigen nichts am Hut. „Wir hatten das Gefühl, dass alle wieder über einen Kamm geschert wurden. Das ist aber absolut falsch“, stellt Schlepütz klar.

Der „Stresspunkt“ mit dem Pavillon wäre Anlaufstelle für 18- bis 25-Jährige, die „größtenteils von anderswo kommen“. Was die Skateranlage betrifft, die in dem Konzept der Vereine als „Müllhalde“ bezeichnet wird, sagt der Dürener: „Wenn ich sehe, dass sie mal stark zugemüllt ist, kümmere ich mich darum — auch wenn es sehr aufwendig sein kann.“ Schlepütz engagiert sich zudem im Verein „Aktiv für Gey“, der sich im März gegründet hat, um in Eigeninitiative den Ort aufzuwerten. Der 44-jährige Künstler arbeitet auch mit Jugendeinrichtungen zusammen.

Ortsvorsteher Bolz versucht, die Wogen nach der Verwirrung zu glätten. Mit ihrer Ausarbeitung, die die Problemstellen teilweise drastisch benennt („Verschandelung in unserer Ortsmitte“), wollen die Vereine den „absoluten Handlungsbedarf klarmachen“ — für das Wohl aller im Ort. Die Skateranlage und der Platz vor der Mehrzweckhalle sollen zwingend in das Gesamtkonzept integriert werden. „Wir haben auch Kinder und Jugendliche, die nicht in Vereinen und daher froh über Plätze wie die Skateranlage oder den vor der Halle sind“, betont Ortsvorsteher Bolz.

Im Hürtgenwalder Rat wird der Antrag der Ortsvereine zur Sanierung und Modernisierung der Mehrzweckhalle abschließend am Donnerstag, 28. Juni, 18 Uhr im Rathaus behandelt.