Düren: Das Werk des „Botschafters der Eifel“

Düren: Das Werk des „Botschafters der Eifel“

Für Marius Schulten ging ein großer Wunsch in Erfüllung. Nach langem Suchen und Warten hat er mit der Hauptburg von Schloss Burgau das richtige Ambiente gefunden, um dort in einer großen Retrospektive das Lebenswerk seines Vaters zeigen zu können.

Das reichhaltige und vielfältige Künstlerleben wird in zahlreichen Werken festgehalten. Die Ausstellung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Bürgerstiftung Düren, die die virtuelle Reise in die Eifel und die Regionen möglich macht, die Curtius Schulten als Künstler entdeckt hat.

Der Maler Curtius Schulten hatte ein Faible für „Typen“.

Nach seinem Studium wandte sich Curtius Schulten (1893 - 1967) in besonderem Maße der Eifel zu und machte sie zu seinem Schaffenszentrum. Die Eifel war für den Künstler mehr als ein „bloßes Objekt seiner Malerei“, wurde auf der Vernissage in einem Dialog zwischen Marius Schulten und Karl Hackstein deutlich, die den künstlerischen Werdegang beleuchteten. Vielmehr habe er sich in die Landschaft „hinein gelebt“. Er sah „das Werden“, ergänzte Dr. Gerhard Vogt von der Bürgerstiftung, und war bestrebt, die Eindrücke festzuhalten. Lange galt Curtius Schulten mit seiner Kunst als „bester Botschafter der Eifel“.

Stilistisch hatte der in Elberfeld geborene Künstler seine Wurzeln in der Landschaftsmalerei der deutschen Romantik. Später nahm er auch Elemente besonders aus dem Impressionismus auf und entwickelte daraus einen unverwechselbaren Stil. Das Frühwerk umfasst insbesondere Radierungen, Aquatina, Lithographien und Zeichnungen, welche die grafische Ausbildung und zeichnerische Kompetenz des Malers belegen.

Faszinierend ist die Art, wie er in Porträtmalereien — sein zweites künstlerisches Standbein — Typen, Köpfe und Charaktere entstehen ließ. In seiner künstlerischen Schaffensperiode der Ölmalerei widmete er sich Naturdarstellungen, in denen das typische Leben in der Eifel im Laufe der Jahreszeiten gezeigt wurde. Diese Gemälde sind, genau wie die duftigen Pastelle und Aquarelle, häufig faszinierende Dokumente ihrer Zeit, wie Marius Schulten erläuterte.

Erstmals werden auf der Hauptburg auch Bilder aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg gezeigt, in denen der Künstler seine Erlebnisse an der Front und als Kriegsberichterstatter festgehalten hat. Nach dem Krieg war er wieder ein gefragter Porträtmaler, der auf die Hilfe seines Sohnes zurückgriff, wenn Kinder porträtiert werden sollten. Dann musste Marius Schulten, wie er sich erinnerte, Kasperletheater spielen, damit die Sitzung gelang. Einen Namen machte sich Curtius Schulten als Initiator der „Europäischen Vereinigung bildender Künstler aus Eifel und Ardennen“.

Sein künstlerisches Spätwerk wird von Aquarellen dominiert, in denen sich der Maler vermehrt dem Thema Licht zuwandte und eine Leinwand mit wenigen Konturen und ausdrucksstarken Farben zu charakteristischen Landschaftsgebilden verwandelte.

Schon früh hatte sich Schulten auf Malreisen begeben, um „das südliche Licht“ in Spanien, auf den Kanaren oder Griechenland einzufangen. Aber auch Norwegen, Spitzbergen und Island faszinierten ihn, vor allem das Zusammenspiel von kalten und warmen Tönen.

Ab Mittwoch, 8. Oktober, ist die Ausstellung auf der Hauptburg von Schloss Burgau zu sehen. Sie dauert bis Sonntag, 2. November. Die Öffnungszeiten: Mittwoch und Samstag von 14 bis 18 Uhr sowie sonntags von 11 bis 18 Uhr. An den Sonntagen 12., 19., und 26. Oktober, jeweils um 15 Uhr, hält Marius Schulten einen Vortrag über seinen Vater Curtius und dessen Werk.

(han)
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