Das neue Gesicht im Dürener Ordnungsamt: Leiterin Simone Warawko

Interview mit Simone Warawko : „Das Sicherheitsgefühl der Bürger stärken“

Die erste Wächterin von Recht und Ordnung in Düren ist seit dem 1. August Simone Warawko. Die 40-Jährige ist Leiterin des gleichnamigen Amtes und erzählt im Gespräch mit Anne Welkener davon, wie sie sich beruflich eingelebt hat, was in diesem Jahr konkret ansteht und welche zukünftigen Entwicklungen sie sich für ihr Amt erhofft.

Frau Warawko, Sie sind nun fünf Monate im neuen Job. Wie war die Einarbeitung?

Simone Warawko: Ich hätte mir keine bessere Einarbeitung wünschen können – dank meines Stellvertreters Matthias Rothkranz. Er war sieben Monate verantwortlich bis ich die Stelle übernommen habe und hat sich von Anfang an viel Mühe gegeben und mich unterstützt. Das tut er auch heute noch. Die Einarbeitung dauert noch an und ich weiß nicht, ob sie jemals abgeschlossen sein wird. Ich werde wohl immer wieder dazu lernen. So sollte das im beruflichen Leben meiner Meinung nach auch sein. Man sollte nicht still stehen.

Wie sah Ihre bisherige berufliche Laufbahn aus?

Warawko: Ich war am Anfang drei Jahre in Düren als Anwältin in einer Kanzlei tätig, dann sieben Jahre bei den Kölner Verkehrsbetrieben und zuletzt zwei Jahre bei der bayrischen Polizei in München. Danach ging es nahtlos zurück nach Düren.

Warum die Rückkehr ins Rheinland?

Warawko: Ich habe Familie hier und wollte nicht mehr hin und her fahren. Ich war viel am Wochenende hier. Die Stellenausschreibung hat mich auch sehr gereizt und so hat sich eins zum anderen gefügt. Ich bin froh, dass es so gekommen ist.

Gibt es Überschneidungen zwischen der Arbeit in Bayern und ihrer jetzigen Tätigkeit?

Warawko: In Bayern habe ich auch im Sachgebiet Recht gearbeitet, aber das waren ganz andere Themenfelder. Es gibt eher wenige Überschneidungen. Aber das Ordnungsamt hat natürlich eine gewisse Nähe zur polizeilichen Arbeit. Zwar sind das andere Zuständigkeiten, aber eine gewisse Nähe ist schon vorhanden.

Was hat sie an der Leitung des Ordnungsamtes gereizt?

Warawko: Die Ordnungsamtstätigkeit ist noch mal eine andere Herausforderung. Man ist sehr nah an der Bevölkerung, näher als bei meiner Arbeit bei der Polizei. Man bekommt jede Entwicklung, jedes Stimmungsbild mit, weil sich das hier niederschlägt. Die Arbeit ist einfach sehr abwechslungsreich. Hier wird es nie langweilig.

Welche Themen verhindern denn aktuell die Langeweile?

Warawko: Ein großes Thema ist für uns in der ersten Jahreshälfte der Umzug unseres Amtes. Wir werden bald mit allen knapp 60 Mitarbeitern auf drei Etagen über Peek & Cloppenburg arbeiten. Bisher sind wir ja sehr verteilt, mit Büros an der Weierstraße und der Schenkelstraße. Ein großer Aufwand ist für uns aber auch, die rund zehn offenen Stellen zu besetzen. Etwa die Hälfte davon sind Neubesetzungen, die andere Hälfte sind neu geschaffene Stellen. Zum Beispiel suchen wir jemanden, der den Bereich Veranstaltungen mit Blick auf die Sicherheit weiter professionalisiert. Das ist eine halbe Stelle, die wir leider bisher nicht besetzen konnten. Grundsätzlich sind aber viele Stellen unbesetzt, auch beim Städtischen Ordnungsdienst und den Überwachungskräften. Deshalb fanden vor Weihnachten und finden auch jetzt viele Bewerbungsgespräche statt. Seit Sommer haben wir eine Stelle für das Beschwerdemanagement, die ausschließlich für die Anregungen der Bürger zuständig ist. Darum haben wir uns sehr gekümmert und werden auch zukünftig noch Energie reinstecken. Da würden wir uns auch wünschen, dass das Angebot noch stärker genutzt wird.

Sie sprachen davon, dass mehrere Stellen neu geschaffen werden. Wie wird diese Aufstockung konkret für die Bürger spürbar?

Warawko: Vor allem durch mehr Präsenz der Ordnungskräfte – insbesondere in den Abendstunden, bei Veranstaltungen und in den Sommermonaten am Wochenende.

Im März 2017 hat sich das Amt für Recht und Ordnung mit einer Aktion dafür eingesetzt, dass weniger Kaugummis, Zigaretten und Müll auf die Straßen geschmissen werden. Wird auch so etwas weiterhin konsequent geahndet?

Warawko: Ja, die Aufstockung soll unter anderem auch dazu beitragen, dass solche Verstöße durch eine stärkere Präsenz der Ordnungskräfte rückläufig werden. Natürlich sind nach wie vor Ordnungswidrigkeiten solcher Art festzustellen, insgesamt ist aber eine positive, rückläufige Tendenz zu erkennen.

Lässt sich nach der Einführung der Zivilstreife beim SOD im Juli ein erstes Zwischenfazit ziehen?

Warawko: Wir können auf jeden Fall ein positives Fazit ziehen. Die Zivilstreife soll in Zukunft auch verstärkt eingesetzt werden, besonders um das Sicherheitsgefühl der Bürger unabhängig von einer uniformierten Präsenz zu stärken. Wir wollen damit signalisieren, dass wir für die Bürger da sind und aufpassen, auch wenn wir vielleicht mangels Uniform nicht gleich zu erkennen sind.

Haben Sie auf einen längeren Zeitraum hin, konkrete Ziele für Ihre Arbeit?

Warawko: Ich erhoffe mir, dass wir durch den Umzug als Amt mehr zusammenwachsen, das liegt uns sehr am Herzen. Wir möchten darauf hinarbeiten, dass eine Gesamtheit entsteht, die wegen der räumlichen Trennung ein wenig verloren ging. Ich hoffe, das ist in Zukunft spürbar. Außerdem zeichnet sich beim Städtischen Ordnungsdienst und den Überwachungskräften der Trend ab, dass wir mehr mit anderen Behörden zusammenarbeiten. Die Zusammenarbeit beispielsweise mit der Polizei klappt sehr gut, soll sich aber noch verstärken. Da wollen wir am Ball bleiben und die Kräfte bündeln. Zusätzlich ist uns die Bürgernähe ganz wichtig, aber die ist meiner Meinung nach da. Sowohl der Städtische Ordnungsdienst als auch die Überwachungskräfte sind nah an den Bürgern dran. Obwohl sie auch keinen einfachen Job haben, da muss ich meinen Respekt zollen, aber das läuft schon gut.

Sie haben drei Jahre in Düren gearbeitet, wohnen nun aber zum ersten Mal hier und bekommen sicher auch durch Ihre Arbeit gute Einblicke in die Stadt. Gibt es etwas, dass sie in Düren überrascht hat?

Warawko: Überall hört man, die Innenstädte würden sterben, aber da ist mein Empfinden in Düren ganz anders. Ich war positiv überrascht. Die City ist unter der Woche und samstags belebt. Das kenne ich ganz anders, auch mit Blick auf die Leerstände.

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