Das Jahrbuch des Kreises Düren

Autoren treffen den Nerv der Zeit : Schlösser, Burgen und Herrensitze

Es gibt sie reichlich im Kreis Düren die „Schlösser, Burgen und Herrensitze“, kein Wunder also, dass sich die ehrenamtliche Redaktion des Kreisjahrbuches 2019 diesem Thema angenommen hat. Auf rund 250 Seiten widmen sich 17 Autoren unter anderem der Geschichte, Architektur, Restauration und Erhaltung dieser altehrwürdigen Gebäude.

Nach einer Einführung in Dürens „Schlösser, Burgen und Herrensitze“ von Guido von Büren folgen eine Vielzahl von Aufsätzen zum Thema. Kristin Dohmen beschreibt das groß angelegte Schülerprojekt „Stadt – Land – Burg“, das das historische Nideggen zum zentralen Thema hat. Rund 400 Schüler nahmen an diesem Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr teil und konnten zum Beispiel Mauerstücke unter Anleitung selbst restaurieren.

Eine weitere Schülergruppe aus dem Heilig-Geist-Gymnasium Würselen hat ebenfalls geforscht und das mit hochprofessionellen Mitteln. Sie erstellten in ihrem Schulprojekt eine dreidimensionale Darstellung der Villa Buth in Jülich-Kirchberg, um das „unbequeme Denkmal“ virtuell zu konservieren. Den Prozess hat Lehrer Timo Ohrndorf im Kreisjahrbuch festgehalten.

Nicht nur die großen Sehenswürdigkeiten wie zum Beispiel die Burg Nideggen, die auch das Titelblatt ziert, finden Erwähnung. Immer wieder tauchen unter den Schaufeln der Braunkohlebagger vergessene Ruinen auf, so auch 2011 das Haus Verken zwischen Merken und Pier. Timo Bremer beschreibt in seinem Aufsatz die aufwendige archäologische Ausgrabung.

Wie schwer es ist, ein historisches Gebäude zu erhalten, zeigt ein persönlicher Bericht von Marie-Christine von Merode, die erzählt, wie zeit- und arbeitsintensiv die Instandhaltung ihres Erbsitzes tatsächlich ist. Des Weiteren führt Anne Schüssler durch die Wasserburgenroute, die auch den Kreis Düren durchquert.

Wie in jedem Jahr finden sich im Kreisjahrbuch aber auch wieder Aufsätze, die nicht direkt mit dem Titelthema zu tun haben. Judit Hages illustriert die Erfahrungen der DDR-Flüchtlinge im Westen, die sich in vielerlei Hinsicht auch auf die heutige Problematik übertragen lassen. Daran schließt sich nahtlos ein Artikel von Anne Krings über Migrantinnen an, die heute in Düren leben. Außerdem finden sich noch Beiträge über Kunst, historische Persönlichkeiten und die Stadtmauer im Kreisjahrbuch.

Landrat Wolfgang Spelthahn empfiehlt das Werk als ideales Weihnachtsgeschenk. „Für Bürger, die sich für das Kreisgebiet interessieren, ist das Kreisjahrbuch eine Pflichtlektüre“, sagte er. „Das Autorenteam arbeitet mit viel Herzblut und trifft thematisch immer wieder den Nerv der Zeit.“

Dank dieses ehrenamtlichen Engagements ist das Kreisjahrbuch 2019 für 13 Euro in allen Buchhandlungen im Kreis ab sofort erhältlich. Die ISBN lautet 978-3-942513-44-9.

(kim)
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