Hambach: Das große Vogelsterben an der Hambachbahn?

Hambach: Das große Vogelsterben an der Hambachbahn?

Verlegung und Ausbau der Hambachbahn, auf der RWE Power die Kohle aus dem Tagebau zu den Kraftwerken transportiert, rufen Tierschützer auf den Plan. Die Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (EGE) beklagt, dass die neuen Tragmasten für die Oberleitungen der Bahn „den massenhaften Tod” von Vögeln verursachen können.

Die von RWE verwendeten Masttypen verstießen gegen die Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes.

„Es laufen je zwei stromführende Kabel rechts und links der Bahn, die Masten und die Querbalken sind aus Stahlbeton und damit leitfähig. Wenn sich ein Vogel auf einen solchen Mast setzt und ein Kabel berührt, wird er gebraten”, erklärt EGE-Sprecher Stefan Brücher. Die neue Trasse der Hambachbahn, die mit der A4 wegen des fortschreitenden Tagebaus verlegt wird, sei ein „Eldorado für Mäuse und andere Kleintiere” und locke deshalb viele Vögel an.

RWE stehe mit den Tierschützern in Kontakt, um eine Lösung zu finden, sagte ein Sprecher des Konzerns auf Anfrage der DZ. Das Bundesnaturschutzgesetz habe erst seit dem vergangenen Jahr einen Passus zum Eisenbahnbetrieb. Mit der Verlegung der Hambachbahn sei aber bereits 2008 begonnen worden. Die Gesetzesänderung gelte also in diesem Fall noch nicht. Dennoch werde RWE sich bemühen, zu einer Einigung mit den Tierschützern zu kommen.

Dass dies möglich ist, bezweifelt EGE-Sprecher Stefan Brücher. „RWE wird dort freiwillig keine anderen Masten mehr hinsetzen”, glaubt er. Es sei deshalb wichtig, dass sehr bald juristisch entschieden werde, ob das neue Naturschutzgesetz bei diesem Bauprojekt schon Anwendung zu finden hat oder nicht.

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