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Düren: Das dritte Spiel ist auch eine Frage der Ehre

Düren : Das dritte Spiel ist auch eine Frage der Ehre

Ein Bild mit Symbolcharakter: Als Denison Sena da Conceicao am Mittwoch an der Arena Kreis Düren parken wollte, versperrte ihm der Mannschaftsbus des VfB Friedrichshafen den Weg. Der Brasilianer, noch als Annahmespezalist und Außenangreifer für Evivo Düren tätig, musste sich gedulden, ehe der Wagenlenker den Bus zur Seite fuhr.

Im zweiten Finalspiel stand der VfB nicht nur Denison, sondern auch den übrigen Aktiven des Heimteams im Weg. Doch in der Arena blieb Friedrichshafen konsequent und machte nicht den Weg für Evivo frei.

So erlebten Dürens Volleyballer einen Pokalsieger, Champions-League-Sieger und noch sieben-, bald achtfachen Deutschen Meister in Gala-Form: „Leider sind wir zum falschen Zeitpunkt auf ihn getroffen”, stellte Dürens Coach Mirko Culic fest und sich die Frage, „ob das alles falsch war, was wir bisher in der Saison gemacht haben?” Schließlich haben 3000 Zuschauer gesehen, „dass wir nicht viel gemacht haben.”

Aber Evivo traf am Mittwochabend auf einen VfB, der als wahrer Champions-League-Sieger auftrat: „Das hatte ich befürchtet”, meinte Manager Bernd Werscheck. Seine Ansicht: „Nach der zehntägigen Pause nach seinem Halbfinale gegen den TSV Unterhaching brauchte der VfB die beiden ersten Sätze gegen uns in Friedrichshafen, um wieder seinen Rhythmus zu finden.”

„Es war für mich klar, dass der VfB bei unserem 3:0-Sieg in der Normalrunde nicht sein wahres Gesicht gezeigt hatte”, warnte Culic seine Spieler zu glauben, der Heimnimbus gegen den VfB werde für immer und ewig gelten. Doch nachdem ihm in der Nacht nach der zweiten Niederlage im zweiten Finalspiel „viele blöde Gedanken” durch den Kopf gegangen waren, gewann Mirko Culic der Niederlage auch eine gute Seite ab: „Gewinnen wir gegen Wuppertal oder Moers, sehen wir unsere Stärken, Spiele gegen den VfB in dieser Form zeigen aber unsere Schwächen auf, an denen wir arbeiten müssen.”

Auch oder gerade mit Blick auf die neue Saison. Die Schwächen bis zum dritten Finalspiel am Samstag abzustellen, dürfte schwieriger sein. Doch verspricht der Trainer: „Wir wollen dem VfB einen beherzten Kampf liefern, wollen uns mit einer couragierten Einstellung als würdiger Vizemeister erweisen.”

Für Culic ist die Partie eine Frage der Ehre: „Mein Team hat Charakter und wird deshalb versuchen, Stelian Moculescu vor seinem Geburtstag zu ärgern.”