Das Bewegungszentrum in Düren will im November eröffnen

Zentrum des Kreissportbundes : Pilotprojekt soll Dürener Kinder bewegen

Die Halle an der Alten Stadtgärtnerei war bis vor wenigen Monaten noch ein Lagerplatz der Dürener Servicebetriebs (DSB). Inzwischen setzen Handwerker dort Porenbetonsteine und schrauben Holzplanken an die Decke. Anfang November soll es schließlich fertig sein, das Bewegungszentrum Düren.

Da es sich dabei um ein in der Region einzigartiges Projekt handelt, meint Wolfgang Schmitz, Initiator und Kreissportbunds-Geschäftsführer: „Nordrhein-Westfalen blickt auf uns, weil wir hier etwas Besonderes bieten.“

Konkret sollen zunächst Kinder und Jugendliche dort Sport treiben, einen Parcours durchlaufen und verschiedene Bewegungsspiele absolvieren können. Doch damit nicht genug: Die Kinder werden bei ihren Bewegungsabläufen beobachtet, um Förderbedarfe zu erkennen. Durchaus vorgesehen ist jedoch auch, dass man die Förderung besonders talentierter Kinder anregt. Das Wichtigste jedoch: „Die Kinder sollen in Bewegung kommen“, formuliert es die stellvertretende Bürgermeisterin Dürens, Liesel Koschorreck (SPD).

Dafür wollen die Projektpartner, der Kreissportbund (KSB), die Stadt Düren und der Deutsche Sportbund, moderne Geräte einsetzen. Lichtschranken messen die Reaktionsfähigkeit und die Geschwindigkeit, das Tor misst zugleich die Treffgenauigkeit und die Aufprallgeschwindigkeit. Eine Besonderheit stellt der sogenannte Prama-Raum dar, in dem Sensoren im Boden eingelassen sind. Er kombiniert Licht, Musik und Bewegung miteinander. „Eine solche Anlage findet man erst wieder in Frankfurt am Main“, sagt Schmitz.

Die Stadt Düren unterstützt den Bau mit 200.000 Euro und beteiligt sich an den Betriebskosten mit etwa 100.000 Euro jährlich. „Bewegungsmangel ist eines der größten Probleme unserer Gesellschaft“, sagt Dürens Bürgermeister Paul Larue (CDU). Aus diesem Grund sieht er das Geld gut angelegt. In der Startphase ist die Stadt Düren auch der wichtigste Kooperationspartner, denn sämtliche elf Kindertagesstätten der Kommune werden sich beteiligen.

Zwei mal im Jahr sollen die Kinder den Bewegungsparcours durchlaufen. Idealerweise entsteht auf diesem Weg eine Sportbiographie. Auch Schulkinder sollen die Einrichtung nutzen. Vorgesehen sind Durchläufe der Schüler der 2., 4., 5. und 7. Klassen. Nachmittags sollen die Räume für gezielte Fördermaßnahmen genutzt werden. Der KSB will sein Netzwerk nutzen, um nicht nur Vereine einzubinden, sondern auch Einrichtungen für Menschen mit Behinderung anzusprechen. „Das Zentrum soll wachsen“, meint Larue.

Anfang November sollen die ersten Kinder durch die Halle toben. Richard Müllejans, DSB-Betriebsleiter, ist optimistisch, dass der ambitionierte Zeitplan eingehalten wird. Da die Halle auch außen mit Holz verkleidet werden soll, musste auch die Denkmalbehörde angesprochen werden, da die Alte Stadtgärtnerei denkmalgeschützt ist. Auch dort hob man den Daumen.

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