Düren: Country-Sängerin stellt Projekt für Dürener Mädchen auf die Beine

Düren: Country-Sängerin stellt Projekt für Dürener Mädchen auf die Beine

„Singen bedeutet immer auch sich trauen. Und den Mut, sich etwas zu trauen und sich etwas zuzutrauen — diese Fähigkeiten kann man im Leben immer gut gebrauchen“, sagt die Windener County-Sängerin Silke Mohnfeld. Auf der Bühne stehen, Applaus bekommen — das sei gut fürs Selbstbewusstsein.

Und weil die Sängerin und Sozialpädagogin weiß, wie gut Musik tut, hat sie mit dem Jugendzentrum Multikulti ein Projekt für Mädchen aus dem Dürener Norden auf die Beine gestellt.

„Im Leben hört man oft: Das kannst Du nicht“, sagt Silke Mohnfeld. Sie möchte die Mädchen vom Gegenteil überzeugen. „Dafür sind Freunde da. Sie beschützen mich vor dem Wind, weil wir beste Freunde sind“, singen die Mädchen aus voller Brust. Den Text konnten sie schnell auswendig und die Melodie bleibt sowieso im Ohr. „In dem Lied geht es um Freundschaft und um unseren Treff hier im Multikulti“, erklärten Diane Ölmez. Den Song hat Silke Mohnfeld zur Musik von Aura Diones „Friends“ geschrieben. Am besten fanden viele Mädchen die Stelle, in der es um den nervigen Bruder und die zickige Schwester geht.

Bei der ersten Probe waren die Mädels noch ein bisschen schüchtern, aber dann trauten sie sich immer mehr aus sich heraus. Freitagabend stand für Lea Schwedt, Aylien Becker, Nathalie Mantea. Alina Lock, Celina Brendel, Gizem Altan, Diana Ölmez und Aileen Ölbez der große Auftritt bei einem Konzert in der Fabrik für Kultur und Stadtteil an. „Das ist wie vom Dreimeterbrett springen“, sagt Gizem. Erst sei einem etwas mulmig zumute, dann müsse man sich überwinden und dann sei es ein tolles Gefühl. Eines das noch andauern wird, denn die Mädchen werden noch eine CD aufnehmen und einen Videoclip drehen — als Erinnerung.

„In der Kunst können viele Kinder sich besser ausdrücken“ erklärt Maria Horn, die Leiterin des Multikuli. Die singende Gruppe ist eines von drei Elementen des Projektes „Gewalt- und Drogenprävention durch Kunst“, die von der Sozialen Stadtentwicklung Düren Nord finanziert und vom Arbeitskreis Drogen und dem Nachbarschaftstreff unterstütz wird. In einem weiteren Projekt greifen die Kinder zur Farbe. Sie malen, wie sie sich sehen und was sie erreichen wollen und packen daraus eine Tasche für die Zukunft. Ein Foto-Projekt startet im Sommer. Darin sollen die Kinder zeigen, wo in Nord-Düren sie sich wohlfühlen und wo sie sich Veränderungen wünschen.

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