Frauwüllesheim: „Coro piccolo“: Zum Nachdenken und Meditieren

Frauwüllesheim: „Coro piccolo“: Zum Nachdenken und Meditieren

Einhalten, Innehalten, sich dem Anliegen der Passionszeit öffnen, die musikalischen Gedanken verschiedener Komponisten auf sich einwirken lassen: Das Programm, das der musikalische Leiter der Cappella Villa Duria, Johannes Esser, für das Konzert in der Kirche St. Mariä Heimsuchung zusammengestellt hatte, führte in eine Welt der Assoziationen, Ängste, Träume und Sehnsüchte. Es erklang geistliche Musik zum Nachdenken und Meditieren oder einfach nur zum Genießen.

Zu einem glitzernden Juwel der lokalen Chorlandschaft entwickelt sich dabei immer der „Coro piccolo“ der Cappella Villa Duria. Astrid Hagenau, Julia Meyer, Naomi Tatsch (Sopran), Claudia Reinartz, Ulrike Tatsch (Alt), Johannes Esser, Reinhard Meyer (Tenor), Jochen Abels, Joachim Habers (Bass) sowie das Streichquartett mit Kurt Collinet und Celina Shapiro, Violine, Remy Sornin-Petit, Viola, Thomas Mietzsch, Violoncello, und Peter Mellentin, Orgel, boten exzellente Interpretationen der Werke verschiedener Komponisten; angefangen bei der barocken Tonsprache eines Jan Disma Zelenka, über Friedrich Silchers volkstümlichen Chorgesang, Heinrich Schütz‘ frühbarocke musikalische Ausdruckskraft, die weitgehend auf dem Geist und Rhythmus biblischer Prosa fußt, die Modernität eines Lajos Bardos, der Einblick in das kompositorische Schaffen eines Charles Villiers Stanford gibt, bis zu den Melodien und einfallsreich eingesetzten Klangfarben eines Georg Philipp Telemann. Bei Mozarts „Ave verum“ erweist sich der „Coro piccolo“ als stimmiges Ensemble, dessen Stimmen sich hervorragend mischen.

Eine über dem Durchschnitt liegende Leistung bot auch das Streichquartett, das die Tücken der Kälte in der Pfarrkirche meisterte und ausdrucksstark eine eigene Version von Joseph Haydns „Die Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz“, ereignisreich erklingen ließ. Überzeugend war auch Johannes Esser, der vom Dirigenten zum Solisten wurde und Johann Hermann Scheins Komposition „Fürwahr, er trug unsere Krankheit“ aus „Opella nova“ eindringlich vortrug und mit stimmlichen Qualitäten als Tenor überzeugte.

Peter Mellentin an der Orgel zeigte bei Max Regers „Passion“ sein großes Können. Ein Konzertabend, der ganz im Zeichen des Karfreitags stand und mit den ausgewählten Stücken die Bedeutung des Tages vermittelte.

(han)
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