Merode: Containerdorf mit Wohlfühlatmosphäre im Park von Schloss Merode

Merode: Containerdorf mit Wohlfühlatmosphäre im Park von Schloss Merode

Wirklich aufgeregt ist Bernd Schmitz nicht. Der Tontechniker und seine Firma Feedback sind verantwortlich für den guten Klang bei den Festspielen auf Schloss Merode. Heute Abend geht es los, der Aufbau ist am Donnerstagvormittag beinahe abgeschlossen.

„Eine gewisse Grundnervosität ist natürlich immer da. Aber wenn der erste Ton aus der Anlage kommt, ist alles gut”, berichtet Schmitz. Gute Planung und Vorbereitung seien alles, dann gehe jeder Griff leichter von der Hand, sagt er weiter und blickt auf den Boxenturm, der in luftiger Höhe neben der 144 Quadratmeter großen Bühne steht. „Unsere Anlage ist noch sehr neu, hat bisher ein Konzert gespielt. Wir haben sie hier in Merode bereits ausprobiert und ich muss sagen, dass sie ihren Job sehr gut macht”, findet Schmitz.

Auch Dennis Dackweiler gehört zu Schmitz Team. „Ich bin ja schon burgerfahren”, sagt er. „Schließlich war ich im vergangenen Jahr auf Burg Nideggen schon dabei.” Dackweiler kennt das System der Anlage in- und auswendig, ist dafür verantwortlich, den Tontechnikern der Bands bei der Vorbereitung und beim Auftritt mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Neben Schmitz und Dackweiler werden an den Veranstaltungstagen noch rund 150 andere Helfer über das Festivalgelände wuseln. Ob an Imbissständen, an der Einlasskontrolle, den Toiletten oder an den Licht- und Tonreglern - überall haben die Helfer ihre Finger im Spiel. Die Bühne steht, der Backstagebereich mit top-ausgestatteten Containern für Künstler und Crew ist fast fertig, die Rasenfläche vor der Bühne ist mit Kunststofffliesen ausgelegt und auch alles andere im Schlosspark von Merode ist bereit für die Konzertbesucher. „Alle hier sind ruhig und gelassen, das beruhigt auch mich. So weiß ich, dass alles nach Plan und ohne Komplikationen abläuft”, bilanziert Festival-Organisator Günter Meyer.

Auch Martin Konrad, verantwortlich für das Licht, freut sich auf die kommenden Aufgaben: „Wenn die Musik durchs Auge geht, beginnen die Sinne zu tanzen”, formuliert er sein Arbeitsmotto. Was er damit meint, ist simpel: die perfekte bildliche Begleitung der Konzerte. „Das Licht muss auch Emotionen bei mir wecken”, sagt Konrad. „Wenn die Zuschauer von einem Lichteffekt oder der Farbintensität begeistert sind, wissen wir, dass wir alles richtig gemacht haben.” Konrad und sein Team müssen dabei stets wissen, wie ein Lied aufgebaut ist. „Wenn der Ton kommt, müssen wir schon den Knopf für das passende Licht gedrückt haben”, weiß Konrad und deutet auf die Scheinwerfer, die an der Decke der Bühne schweben.

„Der größte Unterschied zu Nideggen”, sagt Organisator Meyer, „ist die fehlende Infrastruktur.” Ein riesiges Stromaggregat versorgt die Bühne, Frischwasser muss in den Schlosspark geleitet werden. 60 Dixiklos für die Besucher wurden aufgestellt, ein Containerdorf mit Wohlfühlatmosphäre für die Künstler samt Anhang aufgebaut. „Obwohl wir so wenig Zeit hatten umzuplanen, würde ich - jetzt wo alles soweit aufgebaut ist - nicht das kleinste Detail anders machen”, berichtet Meyer und ist überzeugt, dass das Festival gelingen wird.

Am Samstagabend beim ersten Konzert mit Philippe Poisel wird bei allen kurz Nervosität aufkommen. Bei Tonchef Schmitz, bei Martin Konrad vom Licht und auch bei Organisator Günter Meyer. Doch wie lautete noch einmal das Motto des Tontechnikers? Gute Vorbereitung ist schließlich alles.