Schlich: Chor „Joy of Gospel“ trägt auch drei neue Kompositionen vor

Schlich: Chor „Joy of Gospel“ trägt auch drei neue Kompositionen vor

„Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen, und er bringt auch etwas mit.“ So lautet ein Satz, wenn hier auch ergänzt, der eine Wahrheit ausspricht. Darnita und Kirk Rogers haben von ihrer jüngsten USA-Reise außer vielen Eindrücken auch drei neue Kompositionen mitgebracht, die sie mit dem Langerweher Gospelchor unbedingt auf die Bühne bringen wollten.

„Es sind technisch schwierige Werke“, gestand Jürgen Hüftle, seines Zeichens Chormitglied und Pressesprecher der an diesem Tag über 50 Akteure. Da war einmal das Eingangslied „We Made It Through The Storm“, eine Darbietung, bei der sich Sängerinnen und Sänger und Besucher „warmlaufen“ konnten. Bewegung, strahlende Gesichter allenthalben. Gefreut wurde sich bis in den letzten Winkel der Kirche, die bei diesem Konzert etwa 400 Männern und Frauen aller Altersgruppen Platz bot.

Neu für den Chor war ebenfalls „Now I´m On My Way“. Die Sängerinnen und Sänger verbreiteten keine „Fake-News“, sondern die Gäste in den Kirchenbänken stellten fest, dass diese Menschen am Altar, in dunkle Kleidung gewandet, mit bunten Schals, auf dem richtigen, auf ihrem Weg (on my way) waren.

Vor dem Song „Ain´t Got Time To Die“ scheute der Chor zunächst zurück. Es ist ein technisch sehr anspruchsvolles Lied eines New Yorker Profichors, das die Sängerinnen und Sänger sich nicht zutrauten. Doch Darnita und Kirk Rogers hatten Bekannten in ihrer Heimat angekündigt, dass sie mit „Joy of Gospel“, ihrem Chor in Langerwehe, diesem schweren Stück gewachsen sein würden.

Und fürwahr: Selbst ohne Chorleiterin Darnita Rogers, die wegen Erkrankung verhindert war, beherrschten die Männer und Frauen steppend, gemeinsam mit Kirk Rogers am Taktstock dieses Werk voller technischer Stolperfallen mit Bravour.

Also: Was in den Gospelmetropolen der USA möglich ist, geht auch mit „Joy of Gospel“ in Schlich. Kirk Rogers musste in Abwesenheit seiner Frau Darnita auch den Part des Dirigenten übernehmen. Mit Humor, Clownerie und natürlichem Charme konnte er zwar nicht Darnita, das Herz von „Joy of Gospel“, ersetzen, aber er brachte mit Schwung und Temperament das Konzert gut über die Kirchenbühne.

Wollte man die Veranstaltung mit drei Attributen charakterisieren, kann man sich der Begrüßung des Vorsitzenden des Chors, Frenny Simons, anschließen. Er charakterisierte die wesentlichen Eigenschaften ihrer Songs mit „fröhlich, gefühlvoll, nachdenklich“. Denn, so Simon: „Gospel ist mehr als Musik!“ Gospel sei Lebenseinstellung und eine Form des Gebetes zu wem auch immer.

„Are you ready for Gospel-Music?“: Rogers war mit der Antwort des Publikums erst bei kräftiger Antwort zufrieden. „Psalm 63“, „Lord Hold Me Now“, „The Lord Is Blessing Me“, Texte, Melodien und Rhythmen, die oft nicht sitzend, sondern nur stehend-tanzend verarbeitet werden konnten. Das war sowohl bei Ü60 als auch U30 zu beobachten.

Das Publikum spiegelte den Geist des Chores wieder, der zwar im selben Rhythmus in einer dynamischen Choreographie unterwegs war, in dem jedoch jeder einzelne mit seiner eigenen Mimik seine individuelle Gefühlslage präsentierte.

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