Huchem-Stammeln: Chinesen kaufen Hochregallager

Huchem-Stammeln: Chinesen kaufen Hochregallager

In das Gewerbegebiet Rurbenden in Huchem-Stammeln ist Bewegung gekommen. Gut anderthalb Jahre nach der Entscheidung des Schreibgeräteherstellers Pelikan, alle Kunden nur noch von einem zentralen Distributionszentrum in der Nähe von Berlin zu versorgen und den Logistikstandort Huchem-Stammeln zu schließen, hat sich ein Käufer für das Hochregallager gefunden.

Auf Nachfrage bestätigte Niederziers Bürgermeister Hermann Heuser DZ-Informationen, nach denen ein chinesischer Industrieglasproduzent in Kürze in die Immobilie einziehen wird, um von Huchem-Stammeln aus Kunden in Deutschland, aber auch den benachbarten Benelux-Staaten zu beliefern.

20 bis 25 Arbeitsplätze

Die zur „Jiarong glass products” mit Stammsitz in der südchinesischen Provinz Guangdong gehörende Rheintec Lighting GmbH wurde 2011 gegründet und hat ihren Sitz bislang in Aachen. Wie Hermann Heuser von Geschäftsführer Zhiguo Du erfahren hat, will das Unternehmen, das nach eigenen Angaben lange nach einer geeigneten Immobilie gesucht hat, Huchem-Stammeln nicht nur als Logistikstandort nutzen, sondern mittelfristig auch zur Produktion von aluminiumbeschichteten Gläsern in Kooperation mit der FH Aachen. Eine erste Maschine ist offenbar bereits bestellt. 20 bis 25 Arbeitsplätze sollen entstehen. „Das ist natürlich ein Glücksfall für die Gemeinde”, freut sich Heuser über die positive Entwicklung in einer Zeit, in der Neuansiedlungen im Bereich des produzierenden Gewerbes eher selten sind.

Der Verkauf des Hochregallagers ist aber nicht die einzige Entwicklung in dem rund 60 Hektar umfassenden Gewerbegebiet. Die Zeit großer Leerstände nähert sich dem Ende. Auf dem Gelände des ehemaligen Parkettbodenherstellers Lopark an der östlichen Seite der „Neue Straße” beginnt in Kürze die Firma Metallbau Löwenkamp, die in Pier dem Tagebau Inden weichen muss, mit dem Bau einer neuen Produktionshalle. Die Verkaufsräume werden mittlerweile von der Parkett Franz GmbH aus Rot am See genutzt, und auch für die übrigen ehemaligen Lopark-Flächen zeichnet sich eine Lösung ab. Unter anderem hat ein Holzverarbeiter nach Auskunft des Bürgermeisters einen Teilbereich erworben.

Zudem wird die noch brach liegende Fläche hinter dem Spielcasino an der Straße „Rurbenden” in Kürze bebaut. Dort wird ein Bowlingcenter mit 14 Bahnen und Gastronomie entstehen, kündigt Hermann Heuser an. Frühere Flächen einer Spedition und einer Bauunternehmung haben ebenfalls neue Nutzer gefunden, so dass in Kürze kaum noch Brachen im Gewerbegebiet vorhanden sind. „Der Strukturwandel ist fast vollzogen”, betont Heuser. Auch wenn keine einzige Fläche mehr im Besitz der Gemeinde ist, habe man im Rathaus die Hände nie in den Schoß gelegt, sondern immer versucht, zwischen Verkäufer und Käufer zu vermitteln.

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